56. Münchner Sicherheitskonferenz – The Westlessness

Cartoon: Heiko Sakurai
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An der 56. Münchner Sicherheitskonferenz befassten sich die Teilnehmer vom 14. bis zum 16. Februar 2020 um die abnehmende Bedeutung westlicher Grundwerte, wie Rechtsstaatlichkeit, Freiheit, liberale Marktwirtschaft, Demokratie, internationale Kooperation und Menschenrechte. Die meisten heute aktiven internationalen Institutionen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg überwiegend von den westlichen Siegermächten aufgebaut und basieren auf diesen Grundwerten. Doch mit dem Titel “Westlessness” spricht die Münchner Sicherheitskonferenz nicht nur die internationale Ebene an, sondern auch die abnehmende Bedeutung dieser Grundwerte in den westlichen Staaten selber. Ein Beispiel sind tiefsitzende transatlantische Meinungsverschiedenheiten, beispielsweise hinsichtlich des Nuklearabkommens mit dem Iran, Nord Stream 2, der Finanzierung der NATO oder bezüglich des transatlantischen Handelsungleichgewichtes. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern akzeptiert US-Präsident Donald Trump keine Trittbrettfahrer mehr. Er fordert von den europäischen Staaten eine ausgeglichenere Lastenverteilung. Die europäischen Staaten und insbesondere die EU müssten mehr Verantwortung in ihrem strategischen Umfeld übernehmen und mehr Gestaltungswillen aufbringen. Doch mit den gegenwärtigen Meinungsverschiedenheiten innerhalb der EU, beispielsweise im Umgang mit Migration, wird es schwierig dieses Anliegen wahrzunehmen. Sowohl in den USA, wie auch in einigen europäischen Staaten nimmt Nationalismus und Populismus zu, welche die Grundwerte erodiert und die Zusammenarbeit auf allen Ebenen erschwert. So fiel während der Münchner Sicherheitskonferenz auf, dass keine britischen Vertreter zu sehen waren.

The one nation that is only completely absent from MSC2020 is the UK. Very strange, minsters were supposed to come, but then everyone withdrew. Has ‘Global Britain’ gone completely introvert? — Carl Bildt zitiert in Kim Sengupta, “Britain’s Lack of Presence at Munich Security Conference Sparks Concern among Allies“, The Independent, 16.02.2020.

Wie relevant ist die Kritik der Westlessness?
Der zunehmende Nationalismus und Populismus sind eine späte Konsequenz einer zügellosen Globalisierung, welche sowohl kulturell, wie auch ökonomisch nicht nur zu Gewinnern, sondern auch zu Verlierern führte. Zusätzlich existiert ein latenter Generationenkonflikt. Jüngere präferieren tendenziell post-materialistische Werte, jedoch eher weniger Religiosität, traditionellen Familienstrukturen und Konformität. Sie sind mit einem vernetzten Umfeld und der Globalisierung aufgewachsen, nutzen deren Vorteile und haben deshalb tendenziell weniger Vorbehalte dagegen. Ältere stützen sich eher auf Bewährtes und auf traditionelle Werte ab. Sie sind eher von der technologischen Revolution und der Globalisierung überfordert. (Dani Rodrik, “What’s Driving Populism?“, Project Syndicate 2019, Social Europe, 23.07.2019).

Nationalismus und Populismus erschweren eine multilaterale Zusammenarbeit auf internationaler Ebene, welche jedoch notwendig wäre, um die Vielzahl der globalen Herausforderungen erfolgversprechend anzupacken. Die COVID-19-Pandemie zeigt beispielhaft auf, wie schnell sich Staaten wieder auf sich selber konzentrieren, sich abschotten (siehe dazu auch Michael Schoenenberger, “Jetzt kommt es auf uns alle an“, NZZ, 13.03.2020). Vermutlich spielt es eine untergeordnete Rolle, ob sich multilaterale Ansätze auf den westlichen Grundwerten abstützen oder nicht, denn schliesslich müssen auch Staaten eingebunden werden, welche nicht auf diesen Grundwerten basieren. Die kurz andauernde Phase nach dem Kalten Krieg, in der die USA mit — oder wenn notwendig auch ohne — den europäischen Partnern ihren Willen durchsetzen konnten, ist definitiv vorbei. Rückblickend fällt der Zeitraum zwischen 1991 bis gegen Ende der 2000er-Jahre nicht dadurch auf, dass überdurchschnittlich viele globale Herausforderungen angepackt oder gar gelöst worden wären. Im Gegenteil versäumten die westlichen Staaten ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis mit Russland zu schaffen in dem sie beispielsweise den Russen mit einem “Marshallplan 2.0” während der Rubelkrise wirtschaftlich unter die Arme gegriffen hätten. Verpasste Chancen und fehlgeleitete Entscheide in dieser unilateralen Periode bilden den Startpunkt vieler heutiger Konflikte und Herausforderungen. Nicht nur fehlte es an einem nachhaltigen Gestaltungswillen, sondern rückblickend zeigt sich auch, dass die westlichen Staaten mit ihren Grundwerten alleine nicht ausreichen um basierend auf dem internationalen Staatensystem eine stabilere und wohlstandsfördernde Welt für alle zu schaffen. Der indische Aussenminister, Subrahmanyam Jaishankar, brachte dies mit der Kritik auf den Punkt, dass die westlichen Staaten dermassen von der andauernden von ihnen geprägten Weltordnung überzeugt waren, dass es ihnen zu bequem gewesen sei, sich aktiv bei der weiteren Gestaltung einzubringen. Die machtpolitische Kräfteverhältnisse haben sich auf internationaler Ebene geändert — die westlichen Staaten können nicht mehr im Alleingang agieren. Jaishankar sieht jedoch Parallelen zur Innenpolitik: Wenn eine Partei an Stärke abnimmt, so muss sie Koalitionen und Allianzen eingehen. Die westlichen Staaten müssten fähig sein über bekannte Beziehungen hinweg mit anderen Staaten — beispielsweise aus der südlichen Hemisphäre — neue Partnerschaften einzugehen.

Der Krieg gegen den Terror führte zunehmend zu einer transatlantischen Erschöpfung. Dieser liberale Interventionismus, welcher die westlichen Grundwerte mit allen Mitteln propagieren wollte, ist gescheitert. Da zeigt nur schon eine Umfrage unter US-Veteranen: Eine Mehrheit ist der Meinung, dass sich die Kriege in Afghanistan und Irak nicht gelohnt hätten. Dementsprechend negativ stehen sie einem militärischen Engagement in Syrien gegenüber. Neben Tot und Verwundung stellen diese Kriege auch eine langfristige finanzielle Belastung dar. So geht eine Studie vom November 2018 davon aus, dass der Krieg gegen den Terror die USA bis 2019 rund 5,9 Billionen Dollar gekostet hatte. Es erstaunt deshalb nicht, wenn heutige Ansätze sich mehrheitlich auf Diplomatie, Hilfe zur Selbsthilfe, Waffenlieferung und Ausbildungsmissionen beschränken. Leider wird damit das Kinde mit dem Bade ausgeschüttet: Entwicklungen in Libyen und die Tatenlosigkeit im Syrienkrieg zeigen, dass das einst ehrenvolle Konzept der Schutzverantwortung (Responsible to Protect, R2P) zu Grabe getragen wurde.

Nicht alle Teilnehmer der 56. Münchner Sicherheitskonferenz waren mit dem diesjährigen Konferenzmotto einverstanden. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg ist von der Attraktivität der westlichen Grundwerte nach wie vor überzeugt. Die Proteste in Hongkong und Teheran seien herausragende Beispiele dafür. Paris und Christchurch zeigten, dass sich die Gesellschaft auch nicht von Terrorismus und Extremismus einschüchtern liessen. Die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg meint, dass Menschen auf der Flucht oder unter repressiven Bedingungen sich immer noch an diesen Grundwerten orientieren würden. Dass sie dabei von der Realität herb enttäuscht werden, ist momentan an der griechisch-türkischen Grenze zu erkennen. Wasser predigen und Wein trinken — ausgerechnet die westlichen Staaten scheitern oftmals den eigenen Grundwerten innen- und aussenpolitisch einen entsprechenden Stellenwert einzuräumen. Dies gilt um so mehr in Zeiten, in denen Staaten mit grundlegend anderen, autoritären Systemen ökonomisch Erfolg haben. Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hob hervor, dass früher die westlichen Grundwerte eine Grundlage für ökonomischen Erfolg darstellten, dass jedoch das chinesische Beispiel deutlich aufzeige, dass auch autoritäre Systeme ökonomisch erfolgreich sein könnten. Dies zeigte sich während der COVID-19-Pandemie symbolisch, als in der chinesischen Stadt Wuhan innert 10 Tagen ein Spital für 1’000 Corona-Patienten aus dem Boden gestampft wurde. Gemäss Kürz hätte es in Europa nur schon 10 Tage gedauert, bis ein Termin für eine erste Sitzung zur Diskussion der Notwendigkeit eines solchen Spital gefunden worden wäre. Zwar nehme er an, dass die Qualität des europäischen Spitals womöglich besser gewesen wäre, doch oftmals ginge es nicht primär um die Qualität.

In der chinesischen Stadt Wuhan wurde innerhalb von 10 Tagen ein Spital für 1’000 Corona-Patienten aus dem Boden gestampft.

Der deutsche Standpunkt
In seiner Rede drückt der deutsche Aussenminister Heiko Maas den Finger in die Wunde der anderen. Der durch die Trump-Administration angestossene Rückzug der USA als normative Kraft sei verantwortlich für ein Machtvakuum auf internationaler Ebene, welches durch neue globale und regionale Akteure, wie beispielsweise China, Russland, Türkei und Iran, aufgefüllt würde. Es ist zwar einfach den Fehler bei anderen zu suchen, doch Maas hat nicht Unrecht. Bereits der vorhergehende US-Präsident Barack Obama hatte bezüglich den Giftgasangriffen in Syrien rote Linien gezogen, bei deren Missachtung Konsequenzen angedroht, diese jedoch nach dem Giftgas-Angriff auf Ghouta Ende August 2013 nicht umgesetzt und damit viel der US-amerikanischen Glaubwürdigkeit im Nahen Osten verspielt (siehe “Chemical Weapons in Syria: Red Lines or Proving Grounds“, Offiziere.ch, 04.08.2018). Auch der Entscheid Trumps die US-Truppen aus Nordsyrien abzuziehen und die kurdischen Verbündeten fallenzulassen, wird die Reputation der USA im Nahen Osten — und womöglich auch international — noch lange belasten. Gleichzeitig sollte jedoch auch nicht vergessen werden, dass kein europäischer Staat in diese Lücke springen wollte. Die Bürgerkriege in Syrien und Libyen zeigen einmal mehr, dass der Machtkampf unter den Grossmächten im internationalen multipolaren System bereits am Laufen ist. Dies unterstreichen auch die globalen Militärausgaben, welche inflationsbereinigt höher ausfallen als im Kalten Krieg (Tanisha M. Fazal und Paul Poast, “War Is Not Over: What the Optimists Get Wrong About Conflict“, Foreign Affairs 98, no. 6, 11.12.2019, S. 83). Fatal ist gleichzeitig, dass Rüstungskontrolle und -transparenz spätestens seit der Aufkündigung des INF-Vertrages einen schweren Stand haben und in diesen Bereichen keine positiven, langfristige Entwicklungen auszumachen sind.

Maas sieht drei grundsätzliche Massnahmen, wie darauf zu reagieren sei:

  • Europa muss zukünftig mehr auf seine Stärken und auf langfristige Massnahmen setzen. Maas denkt dabei weniger an eine Erhöhung militärischer Mittel, sondern mehr an Diplomatie und wirtschaftlicher Unterstützungsleistungen, welche auch die Möglichkeit bieten, politisch Einfluss zu nehmen.
  • Ausserdem muss Europa seine multilaterale Zusammenarbeit den neuen geopolitischen Tatsachen anpassen und gleichzeitig in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Technologie sowie bei der Durchsetzung der Grundwerte souveräner agieren. So sollen die europäische Staaten beispielsweise innerhalb der NATO ihre Trainingsmissionen im Irak ausbauen und somit dem Wunsch der irakischen Regierung nachkommen. Von der irakischen Regierung wird geschätzt, dass die NATO im Gegensatz zu anderen Akteuren ihre Souveränität respektiert.
  • Ein stärkeres europäisches Engagement soll nicht nur die USA im Boot halten, sondern der transatlantischen Beziehung eine neue Dynamik geben.
Die zweifelhafte US-amerikanische Rolle im Nahen Osten

Auch der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sparte nicht an Kritik. Russland habe ohne Rücksicht auf das Völkerrecht die Krim annektiert und gewaltsam die Grenzen auf dem europäischen Kontinent verschoben. Unsicherheit, Unberechenbarkeit, Konfrontation und Verlust von Vertrauen seien die Folge. China akzeptiere das Völkerrecht nur selektiv, wo es den eigenen Interessen nicht zuwiderlaufe. Das Vorgehen gegen Minderheiten im eigenen Land sei verstörend. Und die jetzige Regierung der USA erteile der Idee einer internationalen Gemeinschaft eine Absage — jedes Land solle selber sehen, wo es bleibe. Schliesslich stelle die USA seine eignen Interessen über die aller anderen. Steinmeier ging in seiner Rede sogar so weit, dass er den Grossmächten unterstellte, dass sie kein Interesse am Gelingen der europäischen Integration hätten. Selbstkritik war in seiner Rede nicht zu verorten, denn der vor 2,5 Jahren eingebrachten Idee des französischen Präsidenten Emmanuel Macron die EU souveräner auszugestalten, zeigte die deutsche Seite die kalte Schulter. Die politischen Hürden und Bedenken scheinen noch zu gross und der externe Leidensdruck zu gering zu sein.

Stoltenberg konterte die Kritik am fehlenden transatlantischen Verpflichtungsgefühl der USA. Die Fakten würden zeigen, dass die USA nicht weniger, sondern mehr im transatlantischen Rahmen investiert würde. Damit gemeint ist insbesondere die European Reassurance Initiative, in deren Rahmen die USA die Anzahl der Truppen, die Infrastrukturen und die Übungen in Europa erhöht hatten. Auch bei den europäischen Staaten komme Bewegung hinein, indem mehr in die Verteidigung investiert und neue Fähigkeiten aufgebaut würden. In der London-Deklaration vom NATO-Gipfeltreffen im Dezember 2019 sei eine Selbstreflexion vereinbart worden, so dass die NATO sich auch auf politischer Ebene weiterentwickeln könne. Stoltenberg hofft, dass die europäischen Staaten ihr Engagement innerhalb der NATO noch weiter ausbauen würden, doch er gibt gleichzeitig den Ideen einer europäischen, von der NATO abgekapselten Verteidigungskapazität eine deutliche Absage.

Der französische Standpunkt
Der französische Präsident Emmanuel Macron verzichtet auf einen Monolog, und übermittelt seine Punkte in einer Diskussion mit Botschafter Wolfgang Ischinger. Es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft auch andere hochrangigen Teilnehmer an der Münchner Sicherheitspolitik diesem Beispiel folgen werden. Gemäss Ischinger scheint es, dass Macron nach der letztjährigen Konferenz einen wesentlichen Impuls für das diesjährige Motto gegeben hatte. Macrons Vision ist, dass Europa in 10 Jahren als strategische Macht anerkannt wird, welche die Fähigkeit besitzt, seine Entscheidungen in den Bereichen Wirtschaft, Technologie und Sicherheitspolitik souverän zu fällen. Sein Standpunkt gegenüber Russland ist indifferent. Einerseits wünscht er sich einen neuen strategischen Dialog mit Russland, weil die Wirtschaftssaktionen keine Wirkung erzielen würden, andererseits hielt er fest, dass von Russland eine Bedrohung ausgehe. Es bleibt deshalb unklar wie unter diesen Bedingungen ein solcher strategischer Dialog mit Russland aufgenommen werden kann, ohne dass gleichzeitig stillschweigend die Annexion der Krim und die militärischen Einmischung Russlands im Osten der Ukraine akzeptiert werden würde. Die geringe Verlässlichkeit Putins zeigte sich einmal mehr bei der Einhaltung des am 10. Dezember mit dem ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky vereinbarten “vollständigen und umfassenden” Waffenstillstandes in der Ostukraine, welcher bis jetzt nicht ernsthaft umgesetzt bzw. eingehalten wurde.

Einen weiteren strategischen Dialog wünscht sich Macron mit Deutschland. Zwar haben deutschen Politiker an der Münchner Sicherheitskonferenz Macrons Einladung angenommen, doch trotzdem äusserte sich die deutsche Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer in der Podiumsdiskussion eher kritisch dazu: Da Frankreich nicht bereit sei, seine Nuklearwaffen unter ein europäischer Kommando zu stellen, sehe sie den Sinn eines solchen strategischen Dialoges nicht wirklich. Die Ziele eines solchen strategischen Dialoges seien ihr unklar, denn auf strategischer Ebene sei der Schutz Europas durch das Nuklearschild der NATO, also durch die Nuklearwaffen der USA, sichergestellt. Oberflächlich betrachtet tönen die Ideen von Macron sich gut, ja beinahe populistisch an, doch welchen Mehrwert er konkret damit erzielen will, ist ziemlich unklar.

Der US-amerikanische Standpunkt
Die Rede des US-Aussenminister Mike Pompeo zeigt wie unterschiedlich die Auffassungen jenseits des Atlantiks ist. Er zeigt Unverständnis für die Auffassung europäischer Partner, dass die USA ihre langfristigen transatlantischen Verpflichtungen in Frage stellen würden. Solche Behauptungen — und damit auch die Aussagen von Steinmeier — würden nicht der Realität entsprechen.

Auch der US-Senator Lindsey O. Graham erklärte, dass es der USA nicht um Isolationismus, sondern um einen gerechten Lastenausgleich mit seinen Partnern gehe. Diese sei nicht erst von Trump, sondern auch bereits von der Obama-Administration gefordert worden. Daran sei auch nichts falsch, denn US-Politiker müssten ihren Wählern erklären, weshalb Investitionen zu Gunsten anderer Staaten langfristig auch im Interesse der USA seien. Dies sei einfacher, wenn die Partner sich ebenfalls angemessen in die gemeinsamen Institutionen einbringen würden. Bezüglich wirtschaftlicher Vereinbarungen seien US-Politiker verpflichtet die Interessen ihrer Wähler zu vertreten. Es habe sich herausgestellt, dass die WTO kein geeignetes Instrument sei, um mit den neuen ökonomischen Herausforderungen Chinas umzugehen. Natürlich ist die USA dabei nicht ganz unschuldig, denn die Trump-Administration hat die Neubesetzung zweier Schiedsrichter des zuletzt nur noch drei Personen umfassenden Streitbeilegungsmechanismus der WTO lahmgelegt. Die Amtszeit dieser beiden Schiedsrichter lief Ende letzten Jahres ab, und die beiden Stellen wurden aufgrund der blockierenden Haltung der USA bis jetzt nicht neu besetzt.

Graham ist der Meinung, dass die USA ihren Partnern genauer kommunizieren müssten, welche alternativen Lösungen anzustreben seien. Ein Beispiel dafür sei das von den USA aufgekündigte Nuklearabkommen mit dem Iran. Der Iran habe das Recht Nuklearenergie zu nutzen. Die USA bestünden jedoch darauf, dass das nukleare Material für die Reaktoren von externen Staaten geliefert würde, wie es auch bei anderen Staaten der Fall sei. Ob dieses Material von Frankreich, Russland oder wo auch immer komme, spiele dabei keine Rolle. Die USA werde jedoch keine Anreicherung von nuklearem Material innerhalb Irans akzeptieren, dessen Ziel die Produktion einer nukleare Bombe sei. Iran wolle deshalb nicht auf einen solchen Deal eingehen, weil dies den Bau einer eigenen Atombombe verhindert würde. Graham ist überzeugt, dass Iran seine Atombomben auch einsetzen würde. Fakt ist jedoch, dass Trumps Rückzug aus dem iranischen Nuklearabkommen und die Strategie des “Maximum pressure” die Situation verschlechtert hat. Die “Breakout Time” hat sich von 8-12 Monate auf 6-10 Monate reduziert. Je mehr Zentrifugen der Iran installiert und über je mehr angereichertes Uran es verfügt, um so kürzer wird diese “Breakout Time” (David Albright and Andrea Stricker, “IAEA Iran Safeguards Report Analysis“, Institute for Science and International Security, 13.11.2019).

Der US-Verteidigungsminister Mark Esper berief sich auf die Nationale Verteidigungstrategie 2018, in welcher der strategische Machtwettkampf unter den Grossmächten als Hauptbedrohung für die USA genannt wird. Für die USA stelle dabei China die primäre, Russland die sekundäre Herausforderung dar. Gleichzeitig seien die US-Streitkräfte bereit, Schurkenregime wie Nordkorea und Iran abzuschrecken, einzudämmen und wenn notwendig zu bekämpfen. Die US-Streitkräfte sollen sich langfristig wieder stärker auf hochintensive Kriege anstatt auf die Aufstandsbekämpfung (Counter-Insurgency, COIN) konzentrieren, wollen aber trotzdem bereit sein, wenn notwendig, gewalttätigen, extremistische Organisationen zu bekämpfen. Esper konnte vor 20 Jahren als leitende Fachkraft für den Senatsausschuss für auswärtige Beziehungen eigens die Diskussionen über die Aufnahme Chinas in die WTO mitverfolgen. Die Befürworter vertraten damals den Standpunkt, dass China die Reformierung in der Wirtschaft fortführen, eventuell marktwirtschaftliche Strukturen einführen, international mehr Verantwortung übernehmen, der Bevölkerung mehr politische Freiheit einräumen und vielleicht langfristig sogar demokratische Reformen umsetzen würde. Kritiker warnten, dass China den freien Zugang zu technologischem Know-How in egoistischer Weise ausnützen, den chinesische Militär- und Polizeistaat weiter ausbauen und langfristig sein autoritäres Staatsmodell exportieren würde. Gemäss Esper sei es ein Fakt, dass unter der Regierung des chinesischen Präsidenten Xi Jinping die Repressionen innerhalb China zugenommen haben und auf internationaler Ebene sowohl Wirtschaft wie auch Militär zur Machtausübung eingesetzt würde. Die USA würden zwar die Hoffnung nicht aufgeben, dass China doch noch den richtigen Weg wählen würde und hätten beispielsweise China auch beim Kampf gegen das Corona-Virus unterstützt, doch gleichzeitig seien die USA nicht naiv. Die US-Streitkräfte würden sich vorbereiten, wenn notwendig, mit China im Rahmen des strategischen Machtwettkampf umgehen zu können.

Fazit
Es fällt auf, dass einmal mehr sich die Münchner Sicherheitskonferenz mit dem Abgang des Westens als Gestaltungsmacht auf internationaler Ebene befasst. Dafür verantwortlich ist jedoch weniger ein relativer Machtverlust der westlichen Staaten, sondern eine Müdigkeit die westlichen Grundwerte auf internationaler Ebene zu vertreten und wenn notwendig zu verteidigen. Dabei liegt das Problem in den westlichen Staaten selber, denn weder in den USA — und machen wir uns nichts vor — auch nicht in Europa ist der gesellschaftliche oder politische Willen vorhanden für diese Werte einzustehen. Deshalb ist es zweifelhaft, ob die Münchener Sicherheitskonferenz mit diesen Diskussionen wirklich einen Mehrwert schaffen kann. Gegenakzente fehlen an der Münchner Sicherheitskonferenz, so wurden gegenüber früheren Konferenzen keine neuen diplomatischen Initiativen vorgestellt. Auffallend ist auch, dass russische und chinesische Teilnehmer her rar sind und wenig in die Diskussion miteinbringen. Der russische Aussenminister Sergey Lavrov wiederholte gebetsmühlenartig die selben Punkte, welche er bereits während den letzten 10 Jahren vertritt. Er wurde jedoch auch nicht von anderen Konferenzteilnehmer kritisch herausgefordert. Wirklich kontroverse Diskussionen vermisst man bei den öffentlichen Veranstaltungen zunehmend, vermutlich auch deshalb, weil Vertreter mit einer gegensätzlichen Sichtweise fehlen oder nicht bereit sind, sich öffentlich zu exponieren. Beispielsweise schien Saudi Arabien eine Diskussion mit dem Iran in einer der Diskussionsrunden zu verweigern, so dass das Programm von den Organisatoren dementsprechend umgestaltet wurde. Für Rym Momtaz, Korrespondentin von Politico Europe sind die Diskussionen viel zu brav und sie fordert mehr “Naming and Shaming” und zeigt ungewollt in der von ihr moderierten Diskussionsrunde “Truce for Tripoli? An Update on the Libyan Conflict“, dass such dieser Ansatz kaum zielführend ist. Es würde mehr darum, dass in den Diskussionen Vertreter mit verschiedenen Meinungen sich begegnen würden. Das war an der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz kaum auszumachen, im Gegenteil wurde viel warme Luft produziert. Trotz seiner pointierten Kritik blieb Steinmeier bei den Massnahmen um gegen eine Westlessness in der internationalen Politik anzukämpfen sehr wage. Wenn Maas vom Ausbau der irakischen Trainingsmissionen spricht, Deutschland jedoch gleichzeitig ihre eigene Mission nach dem US-amerikanischen Luftschlag gegen den Islamic Revolutionary Guard Corps’ Quds Force commander Qasem Soleimani ausser im Norden eingestellt hat und voraussichtlich Ende März das Mandat für die Tankflugzeuge und die Luftaufklärung im Irak im Rahmen der Koalition gegen den Islamischen Staat auslaufen lässt, so ist das wenig glaubhaft. Von einer neuen transatlantischen Dynamik ist Europa und insbesondere auch Deutschland noch weit entfernt. Auch der strategische Dialog zwischen Deutschland und Frankreich könnte sich mehr als Ablenkungsmanöver entpuppen, als wirklich konkret etwas zu ändern.

Übrigens…
Übrigens, einer der besten Beiträge kam von Facebook-Chef Mark Zuckerberg:

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HMS Queen Elizabeth: a symbol of British naval power?

by Roger Näbig (Twitter). He works as a lawyer and freelance journalist in Berlin with a focus on global conflicts, defense, security, military policy, armaments technology, and international law. He also gives lectures on defense policy issues. For a German version of the article see here.

The HMS Queen Elizabeth (QEC) is the namesake of the new Queen Elizabeth class aircraft carriers and, with its sister ship the HMS Prince of Wales (PoW), the UK’s most expensive armaments project (at a cost of ca. €7 billion) as well as the largest Royal Navy warship ever put into service. Its displacement (65,000 t) is three times larger than that of the British aircraft carrier HMS Ark Royal (22,000 t), which was retired in 2011, but 1/3 less than that of the new U.S. Gerald R. Ford class aircraft carriers (100,000 t). Its design is unusual and not merely a copy of comparable U.S. carriers: two islands, a highly automated weapons storage and ammunition distribution system, an integrated redundant, non-nuclear propulsion, and a 16,000 m² flight deck without catapults or safety ropes but with a ski-jump ramp on the bow. The size of the QEC, in contrast to U.S. carriers, requires a relatively small crew of only around 700 sailors, who can always be reached anywhere onboard using a wireless communication system. Fully staffed, 1,600 men and women, including a company of Royal Marines with 250 soldiers, perform their duties onboard the QEC (George Allison, “A Guide to the Queen Elizabeth Class Aircraft Carriers“, UK Defence Journal, 14.10.2019). With a length of 284 m and a width of 73 m, the 4,727 m² hangar below the flight deck is large enough to simultaneously accommodate up to 36 F-35B fighter jets and four transport helicopters (Andrew Hankinson, “Replacing the Invincibles: Inside the Royal Navy’s Controversial £6.2 Billion Warships“, Wired UK, 19.03.2017). Planned is to station a squadron of 12 F-35Bs each on both the QEC and its sister ship, which are expected to be increased to 24 starting in 2023 and up to a maximum of 36 fighter jets later. However, the exact composition of the aircraft and helicopters will depend on the mission. As an alternative, the QEC can also carry up to 12 Chinook or Merlin helicopters and eight Apache attack helicopters (“Built by the Nation for the Nation“, Aircraft Carrier Alliance). There are also plans to convert the HMS Prince of Wales so that it could also be used as an amphibious assault vehicle with an equally large contingent of helicopters. As a precaution, both aircraft carriers can handle up to an additional 16% in weight for later retrofitting, true to the motto of the former First Sea Lord, Admiral Sir Michael Boyce: “air is free, and steel is cheap” (“Development of the Queen Elizabeth Class Aircraft Carrier – a Design History“, Save the Royal Navy, 02.10.2018).

First Deck Landing on HMS Queen Elizabeth
First landing on the deck of the HMS Queen Elizabeth

Why the QEC has two islands…
The QEC is the only aircraft carrier in the world with two islands, making it immediately eye-catching. One important reason is the separation of the chimneys for the two machine rooms, which are housed in two separate ship complexes, each consisting of a 35 MW Rolls-Royce MT30 gas turbine. Additionally, there are two 10 MW diesel engines below in the hull, which supply the integrated electric propulsion and the ship itself with energy. In the event of a catastrophic hit in an engine room, the QEC could continue to make enough speed with the help of the other gas turbine. Even if both gas turbines fail, it can still supply the electric propulsion with the remaining four diesel engines. Also, two separate islands, as opposed to a single large one, reduce the air turbulence that occurs on the flight deck, caused by the wind and the movement of the ship, which would hamper flight operations for an extended time. Finally, the two powerful QEC main radars on the two deckhouses could be set up sufficiently far apart to avoid mutual electronic interference or blind spots during radar detection. The front island serves as a bridge for the QEC’s captain; one floor below is the flag bridge for the admiral commanding a carrier battle group. The rear island is intended for flight control. It was developed in collaboration with Tex ATC, a leading manufacturer of civil and military control towers. The rearward position allows landing planes to be optimally observed. What is striking here is an oriel projecting into the side of the flight deck with three-meter-high bullet-proof glass panoramic windows for the air traffic controllers, which are to provide a 290-degree view of the entire flight deck and withstand the impact of a rotor blade from a heavy transport helicopter. The rear island also has a second bridge, which can be used if the front one is damaged or destroyed. (“The Reasons HMS Queen Elizabeth Has Two Islands“, Save the Royal Navy, 14.08.2017).

Die ehemalige Regierungschefin Theresa May steht beim Besuch der HMS Queen Elizabeth vor dem HMWHS
Former Prime Minister Theresa May is standing in front of
the HMWHS when visiting HMS Queen Elizabeth.

…and a unique warehouse management system…
One of the most complex but also innovative systems onboard the QEC is the highly mechanized weapon handling system (HMWHS). It is the first application of a land-based automated storage system on a warship of this size. So far, a similar system has only been used on the new U.S. Zumwalt-class destroyers. The HMWHS moves palletized ammunition in the ship along rails and via a large number of lifts from the armories located deep in the central third of the hull to the ammunition preparation areas, from there to the hangar or flight deck and back again. In contrast to other aircraft carriers, the QEC’s armories are unmanned, the movement of the pallets themselves is remotely controlled from a central location and personnel are only required if the weapons are to be stored or prepared for use for the first time. The HMWHS speeds up the delivery of the ammunition and significantly reduces the size of the crew otherwise required. Only 50 (instead of 150) sailors are still required to operate the entire system; in an emergency, one can get by with 12. The engineers’ drive to automate QEC as much as possible as part of the fundamental development effort to reduce personnel, one of the most significant cost factors for a warship throughout its life. This design goal was achieved since the required personnel was reduced by 65% compared to conventionally designed ships. Compared to the U.S. Nimitz-class aircraft carriers, which have a crew of around 3,200 at a displacement of around 95,000 t, the QEC manages a crew of about 700 at 65,000 t. In light of the Royal Navy’s difficult personnel situation, this is an advantage that should not be underestimated. (Peter Roberts, “The Queen Elizabeth Class: How Innovative Is the Design?“, RUSI Defence Systems, 09.09.2014).

…but no nuclear propulsion…
Although the advantages of nuclear propulsion at the QEC could not be denied, namely the unlimited range and higher speed, the Royal Navy nevertheless opted for conventional gas/diesel engines. This means that the QEC still has a considerable operating radius of around 20,000 km at 18 kn (33 km/h) and reaches a top speed of 25 kn (46 km/h). Since the support ships of the QEC carrier group have conventional propulsion systems, a nuclear engine would not have been a great advantage for the QEC alone, which could have justified the higher consequential costs for the long-term operation. The higher speed and the associated higher wind speed above deck are not so important when launching STOVL F-35B fighter jets due to the ski-jump at the bow. Another reason for a conventional propulsion was the fact that the British shipyards have sufficient experience with the construction of smaller nuclear reactors for submarines, but never before has a nuclear propulsion system for a larger surface ship been planned or built there. The Royal Navy was also deterred by the French’s bad experiences with the nuclear engine installed in their aircraft carrier Charles de Gaulle, which had been struggling with technical problems since delivery. Since it is considered to install an electromagnetic aircraft launch system (EMALS; however, this is unlikely to happen in the next 20 years) rather than conventional steam catapults, for which a nuclear ship propulsion system with its large amount of water vapor would have made sense, the integrated electric engine with about 100’000 HP provides enough power to cope with additional EMALS catapults in the future. The quick start-up and shutdown of the conventional system compared to a nuclear propulsion and the lower number of maintenance personnel were also critical to the decision. After all, if the QEC were to have a service life of 50 years, at least it would have been necessary to refill the nuclear reactor with fuel rods, which would have banished the carrier to the shipyard for about three years. (“The Reasons HMS Queen Elizabeth Is Not Nuclear Powered“, Save the Royal Navy, 09.08.2017).

Vier Agusta Westland AW101 "Merlin" im unter dem Flugdeck liegende Hangar.
Four Agusta Westland AW101 “Merlin” in the hangar below the flight deck.

…and has no catapults or arresting cables
During the development of the QEC, three different configurations for the flight deck were examined: a conventional variant with catapults and arresting cables like the larger U.S. Navy aircraft carriers (CATOBAR), as an alternative a deck with short-launch capabilities and arresting cables (STOBAR) and finally the variant chosen for the QEC with no catapults and arresting cables but with a ski-jump and vertical landing of the combat aircraft (STOVL). After the UK joined the U.S. JSF/F-35 program in 2001 as a privileged Level 1 partner for the development of a 5th generation stealth fighter jet, the STOBAR variant was discarded first. In 2002, studies showed that a CATOBAR version would make the QEC at least 10,000 t heavier and would extend its construction time by years. Since steam catapults were not considered due to their design, only EMALS remained, whose technical development for operation on an aircraft carrier was still in its infancy in early 2000 and is still not considered to be mature even today. The Royal Navy, therefore, opted for STOVL in connection with an EMALS retrofit option due to its future installation in the gallery deck, which is located between the flight deck and the hangar and is currently used for offices and recreation rooms, among other things. In the STOVL configuration, 110 sorties within 24 hours for 36 carrier-based F-35B fighter jets should now be possible even in adverse weather conditions, based on the experience of the Royal Navy during the Falklands War with its vertically launching Harrier jets.

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It should not be disputed that a CATOBAR version of the QEC would have given greater flexibility in the choice of the usable aircraft, which because on STOVL, is now limited to the F-35B and various helicopters. Already another article mentioned the ongoing problems with the F-35B itself, which is currently being used by the U.S. Marine Corps (USMC) on its amphibious assault vehicles. Among other things, permanently low average availability rates of around 50% due to missing spare parts and unnecessary repairs, persistent software problems with the external automatic logistics information system (ALIS), and the internal block 3F system software, are just a few. Another weakness is the limited operating radius of the F-35B of only approx. 925 km. Air refueling to increase the range is not possible since the QEC’s lack of catapults and arresting cable means no conventional tanker planes or drones (e.g., Boeing’s MQ-25 Stingray) can take off or land. The purchase of appropriately modified VTOL V-22 Ospreys at a unit price between €75-80 million was out of the question for the Royal Navy for cost reasons. The same applies to carrier-based early warning aircraft (e.g., E-2D Hawkeye), as well as to all other fixed-wing aircraft.

However, the Royal Navy has found a practical solution to at least another problem of its F-35B STOVL fighter jets with the so-called shipborne rolling vertical landing (SRVL). Previously, the F-35B had to potentially drop excess fuel and weapons to reduce weight over the water before landing vertically. If considered how valuable kerosene is as a logistical resource for an aircraft carrier and that, for example, an AIM-120D AMRAAM costs more than €2.5 million each, one can gauge how important SRVL will be for operations on the QEC. Instead of approaching the QEC from the side, as previously planned and practiced, and then landing vertically (see video below), with SRVL, the F-35B flies directly to the carrier from behind, similar to a conventional carrier landing but at a much lower speed (see video here). A combination of the thrust of the rear nozzle and the front lift fan and the lift generated by the airflow over the wings enables the F-35B to land with up to 3,175 kg more total weight without the need for arresting cables. The fighter jet finally comes to a standstill with the help of its brakes. So far, this special landing has only been carried out in daylight under favorable sea, visibility, and weather conditions. Also, the USMC is interested in this method because it reduces the material stress on the flight deck caused by the 1,500 degree Celsius hot engine jet during vertical landings and also the engine wear on the F-35B itself.

Should Russia look at the QEC with envy?
In 2017, even before their first big test drive, there was a diplomatic exchange of blows. Michael Fallon, the UK Defense Secretary at the time, claimed that Russia would look at the new British carrier with envy and admiration given its quite old Admiral Kusnezow. The head of the press department of the Russian Ministry of Defense then replied that the QEC was simply “a large convenient naval target,” which it would be better to keep close to its warships for its protection.

Like a bee, the British aircraft carrier is only capable of independently releasing planes from its belly closely flanked by a swarm of warships, support ships and submarines to protect it. That is why … the British aircraft carrier is merely a large convenient naval target. [..] It is in the interests of the British Royal Navy not to show off the ‘beauty’ of its aircraft carrier on the high seas any closer than a few hundred miles from its Russian ‘distant relative’. — Igor Konashenkov, the head of the press department of the Russian Ministry of Defense, cited in Andrew Osborn and Dmitry Solovyov, “Russia Calls Britain’s New Aircraft Carrier ‘a Convenient Target’, Reuters, 29.06.2017.

With this remark, Russia alluded to a frequently heard objection that in the age of modern weapon systems such as ballistic anti-ship missiles, hypersonic weaponsrail-guns, or extremely quiet submarines, aircraft carriers had lost their raison d’ être. However, the critics overlook the fact that even today, with all the technical possibilities, it is still a challenge to find warships in the vastness of the Pacific or the Atlantic Ocean and then to continuously track them for reliable target acquisition. The Achilles’ heel of all (ballistic) long-range anti-ship missiles is the need to either be able to pre-program precise target data or to transmit it in real-time to the guided missile, possibly even during the flight, while the target continues to move. However, more enclosed seas such as the Persian Gulf, the Mediterranean, the Baltic Sea, or the Norwegian Sea admittedly offer fewer opportunities to “hide” for large surface vessels such as the QEC.

The critics also overlook the fact that the QEC is not a passively floating airfield that lacks its offensive power or cannot even defend itself. Instead, the British carrier has several defense rings that can be fully or individually activated depending on the threat situation. The outer ring is formed by the extended situational image detection, which uses data and information from P-8 Poseidon sea reconnaissance aircraft (starting mid-2020), satellites and underwater sensors as well as the ship’s high-resolution Artisan medium-range air/ground surveillance 3D radar (type 997) with a range of about 200 km and the long-range air tracking radar S1850M (type 1046) with a range of up to 400 km. According to the manufacturer’s information, the Type 997 radar should be able to track more than 800 targets the size of tennis balls up to Mach 3 with “unrivalled detection performance and world beating electronic protection measures against even the most complex jammers” (George Allison, “HMS Queen Elizabeth Has Radar Fitted“, UK Defence Journal, 07.10.2015). S1850M is a passive phased array radar that can automatically detect and track up to 1,000 targets, including stealth fighters, low-flying cruise, and ballistic missiles.

The F-35B 5th generation stealth fighter jets follow as the first active line of defense, that can attack any land and ship targets and intercept enemy aircraft. A major strength of the F-35 is the large number of its sensors, its stealth technology, and the networking with other aircraft in order to monitor a large area around the QEC and to be able to return corresponding data to the carrier for further evaluation. The Merlin helicopters, which are still stationed onboard, will be used both for anti-submarine warfare (ASW) and as an airborne early warning and control system (AEW&C) with an advanced Thales Searchwater ASaC radar, but its range is only 278 km. The AEW&C Merlins also only have a range of approx. 830 km with a flight duration of around 4.5 hours. Also, the helicopters intended for the AEW&C role cannot then be used to defend against submarines at the same time. The corresponding conversion from the ASW- to the AEW&C role and vice versa takes up to 24 hours. However, if 5 AEW&C Merlins, which can guarantee 24/7 all-round radar surveillance of the carrier group, and nine more are stationed for ASW onboard the QEC, then time-consuming conversions for one or the other task may not be necessary.

With the arrival of HMS Northumberland, the baby UK Carrier Strike Group is fully formed – seen here on 23rd September.
The small UK Carrier Strike Group in September 2019 with the destroyer HMS Dragon (left; Daring class), the supply ship RFA Tideforce (behind the QEC; Tide class), and the frigate HMS Northumberland (right; Duke class).

The carrier combat group’s anti-aircraft ring defending against enemy fighters, drones, and supersonic low-flying anti-ship missiles within a radius of 120 km is taken over by the Daring class destroyers (Type 45) with their integrated warning and fire control system Sea Viper (similar to the Aegis Combat System). Should the propulsion problems of the Type 45 destroyer be eliminated in the near future, the Royal Navy will be able to park a maximum of 2 of them for the protection of the QEC combat group. However, they only carry 48 VLS cells with Aster 15 or Aster 30 anti-aircraft missiles per ship, which cannot be refilled at sea. Two Type 45 destroyers would not be able to repel repeated saturation attacks with a large number of aircraft and guided weapons in the long run. Another weak point is the lack of capability of the British Sea Viper combat system to engage ballistic missiles of all kinds and hypersonic cruise (e.g., Russia’s 3M22 zircon) or glide missiles. Only with the Aster 30 Block 1 NT or Block 2 BMD missiles to be procured would it be possible to defend against medium and long-range ballistic missiles, which could be used above all by China with its Dongfeng 21D to combat US aircraft carriers (“How Vulnerable Is the Royal Navy’s Surface Fleet to a New Generation of Weapons?“, Save the Royal Navy, 18.05.2016).

Tracking and fighting enemy submarines, which are getting quieter and quieter, making them more challenging to track down and thus a significant threat to the QEC, remains a high priority. This is one of the tasks of the Duke class frigates (Type 23). The Royal Navy has been planning to give two Type 23 frigates to a QEC combat group for these tasks. In addition, an Astute class attack submarine will also support the group with ASW. However, it is known that the Type 23 frigates for submarine hunting will have to be further away from the QEC. The carrier’s diesel engines, which are attached directly to the hull, generate so much noise and vibration due to the lack of additional damping that otherwise, the frigate’s sonar is severely affected. This means that in the event of a saturation attack, they may not be available for defense in the vicinity of the carrier (“Royal Navy Aircraft Carriers – Vulnerable or Fit for the Fight?“, Save the Royal Navy, 30.08.2017).

Panorama aus der Flugkontrolle.
Flight control panorama.

The Type 45 destroyers and Type 23 frigates can currently only use Harpoon anti-ship missiles for fighting large surface vessels within a radius of 140 km, which were intended for retirement at the end of 2018, as they are technically completely outdated. Now, because the Royal Navy could not or did not want to obtain a replacement due to cost reasons, they should continue to be used until 2023. The UK will not have developed a successor system until 2030 at the earliest. The ASuW capability gap of the escort vessels can only be closed in the following years by the QEC F-35B fighter jets (“Failure to Replace the Harpoon Anti-Ship Missile Would Be Inexcusable“, Save the Royal Navy, 14.12.2016; George Allison, “Harpoon Gains Reprieve as Decision to Retire the Anti-Ship Missile Is Deferred“, UK Defence Journal, 17.09.2017).

Enemy aircraft and guided missiles that have successfully broken through the outer air defense circle of 120 km must then be fought by the carrier combat group’s short-range air defense within a radius of up to 25 km. Again, the QEC has to rely on its escort ships because it does not have any defense systems. The British Sea Ceptor surface-to-air missile intended for this purpose has so far only been used on the Type 23 frigates, which, however, must remain near the carrier for this task, as a result of which they are then no longer available for submarine hunting. The Type 45 destroyers could also perform this task with their Aster 15 missiles, but here too, the small number of missiles carried is a problem.

The QEC only has three onboard Phalanx MK15 1B with a 20mm Gatling cannon (CIWS) for immediate close-range defense. Phalanx is fully automated or autonomous and has a combat range of 1.5 km. The system identifies approaching and also supersonic rockets based on their flight path, size, and speed classifies them into hazard categories and then combats them independently without external intervention. Besides, Phalanx can also be used against sea mines, drones, airplanes, small boats, and helicopters. So far, whether the Phalanx CIWS could successfully ward off a guided missile saturation attack has not been proven and is rather doubtful. The short-range defense is additionally supplemented by automated small-caliber guns (ASCG) to ward off swarm attacks on smaller boats and a torpedo defense system.

Ein britischer Marineinfanterist nach dem Verlassen eines Luftkissenfahrzeuges während des Kaltwettertrainings in Norwegen.
A British Marine after leaving a hovercraft during cold-weather training in Norway.

The QEC transforms into an amphibious assault ship
With the decommissioning of the HMS Ocean in 2018, the Royal Navy lost its last amphibious helicopter carrier, which was previously used in a Landing Platform Helicopter role (LPH, without well deck). In order to take over its tasks, the HMS Prince of Wales, which is currently undergoing sea trials, is being modified accordingly, especially in the interior of storage rooms, quarters and access routes (George Allison,”Queen Elizabeth Class Aircraft Carriers’ cannot take the Place of Specialised Amphibious Vessels’ Say Defence Committe’“, UK Defence Journal, 16.05.2018). For the QEC, which was already completed in 2017, these modifications will not be implemented until 2025, when it comes to dry dock for the first major overhaul. However, both QEC class carriers lack an additional vehicle deck compared to the HMS Ocean. It is not advisable to accommodate wheeled or tracked vehicles in the hangar with the fighter jets or helicopters for reasons of space and, above all, safety. Incidentally, larger vehicles could not be unloaded because a corresponding ramp or well deck is not provided for in the QEC class. Also, both aircraft carriers for amphibious landing operations are missing even simple landing craft for transporting Marines, which were still available on the HMS Ocean. Since both carriers are not to be used at the same time, the Royal Navy may face a dilemma in the future: if the QEC or PoW carries a maximum of 20 helicopters and 500 marine personnel for an amphibious operation, there is no more room for the F-35B fighter jets. These are then missing in order to establish the (partial) air superiority over the operation area during an amphibious landing operation and to guarantee the necessary close air support (CAS) for ground forces. Besides, the QEC would have to be in shallow waters for a landing operation directly on the coast. In such an operation, the carrier would be extremely vulnerable to mines, swarm attacks by drones in the air or at sea, attacks by land-based aircraft or guided missiles, and by small, conventionally powered, difficult to detect submarines. The Royal Navy is aware that it can and will lose ships in the event of a conflict, as the experience of the Falklands War shows. The sinking of an amphibious assault ship the size of the former HMS Ocean would be a severe blow but barely manageable militarily. However, exposing the flagship of the British fleet to the risk of being hit hard and then for a task for which it was not intended initially does not seem to follow any military logic, but bather, it is due to the constraint to save budget and the distribution of scarce human resources (“Why Your CVF Should Not Moonlight as Your LPH“, Save the Royal Navy, 15.10.2016).

The HMS Prince of Wales has its first test drive between late September and mid-November.

British carriers are platforms developed by economists, not warriors
Peter Roberts, director of Military Science at the British Royal United Services Institute (RUSI), believes that the main criteria when planning and equipping the QEC were low operating costs for personnel and fuel, to which everything else, including military aspects, had to be subordinated.

The QEC has around 700 sailors with almost as many crews as the former Invincible class light aircraft carriers, but those only had 22,000 t displacement, i.e., 2/3 smaller. The extensive use of automation and remote monitoring was essential in the construction of the QEC in order to achieve this drastic reduction in the core crew at all. Therefore cameras and surveillance devices are installed in almost every area as well as in all critical ship systems on the QEC. While this may make financial sense to lower the personnel assigned to maintenance, Roberts believes, however, that the QEC’s ability to wage war could be substantially lowered. Warships differ significantly from civilian merchant ships in terms of damage control and firefighting requirements. These tasks are very personnel-intensive, as experience with major damage in the Falklands War and through incidents at HMS Nottingham (2002) and HMS Endurance (2008) has shown. The entire crew of the ship had to be deployed to keep the ships afloat. Therefore, at least doubts should be raised as to whether this would also be possible with the QEC, with its comparatively small core crew in the event of massive damage.

HMS Queen Elizabeth kehrt zur geplanten Wartung nach Rosyth zurück - April 2019.
HMS Queen Elizabeth returns to Rosyth for scheduled
maintenance – April 2019.

According to Roberts, the conventional, integrated electric propulsion on the QEC was also chosen solely from a business point of view in order to minimize fuel costs and not to meet military requirements. Compared to the QEC with its 112 MW total output, the 1/3 larger U.S. Nimitz class carriers produces 1,100 MW for the propulsion alone and the new reactors on the Gerald R. Ford class even three times as much as the QEC. The reactors of the approximately 1/3 smaller French aircraft carrier Charles de Gaulle still provides around 300 MW. The Royal Navy had sacrificed speed and range with its decision for non-nuclear propulsion. These parameters are only unimportant until heavily loaded fighter jets have to go into the air with a headwind at the highest possible speed of the carrier, or an area of operation has to be quickly reached, respectively, a danger zone has to be quickly left. By deciding not to use EMALS on the flight deck, the Royal Navy has also deprived itself of the opportunity to work with the U.S. Navy and France’s Aéronavale, which until now have only used catapult-launching fighter jets. Also, the Royal Navy is now forced to use the F-35B on the QEC, which has a lower weapon load, a shorter range, and a more sophisticated engine system compared to the F-35C.

In addition, Roberts cannot see anything positive about the two-part island on the QEC. The spatial separation and the loss of direct communication between those responsible for flight control and ship control contradict the prevailing principles in behavioral research, how people work together effectively, and do not outweigh the benefits (less turbulence on the deck & less radar interference). So far, no other navy plans to abandon the prevailing traditional design of aircraft carriers with just one bridge.

Finally, Roberts points out another important aspect: the QEC lacks sufficient self-protection. A look at the aircraft carriers of other nations shows that the Royal Navy may also have been guided by misguided frugality. The USA, Russia, and even China would have equipped their carriers with short-range anti-aircraft missiles in addition to CIWS. The QEC had to rely solely on its escort ships, which, however, only had a very limited number of guided weapons and could not be rearmed at sea. In addition, neither the Type 45 destroyer nor the Type 23 frigate has been able to intercept ballistic missiles, let alone hypersonic weapons. So it is not without good reason that critics ask whether the Royal Navy has some unique tactical knowledge that could enable the QEC to navigate the world’s oceans as the only larger aircraft carrier without its anti-aircraft missile system?

With the QEC, the Royal Navy puts everything on one card
The Royal Navy originally wanted to build 12 Type 45 destroyers during the development phase of the QEC and was planning to use a fleet of 30 ships at the time. However, only six destroyers were built, which are currently plagued by propulsion problems. Until today, the surface fleet has shrunk to a total of 19 units, which not all of them can even be equipped with sufficient personnel (“Should HMS Queen Elizabeth Be Fitted with Her Own Missile Defences?“, Save the Royal Navy, 03.03.2018). According to current plans, the QEC combat group will only consist of two, at most four, Type 23 frigates, two Type 45 destroyers, and a nuclear-powered attack submarine as an escort (George Allison, “HMS Queen Elizabeth Carrier Strike Group to Deploy in 2021“, UK Defence Journal, 25.10.2019). In comparison, for example, the U.S. Navy carrier battle groups generally have two Ticonderoga class cruisers, two to three Arleigh Burke class destroyers and two attack submarines. With a maximum of six escort vessels, 1/3 of the British surface fleet would be solely tasked in the escort of the QEC formation. Since in the past, however, rarely more than 50% of all ships were operational due to a lack of personnel, maintenance, repairs and retrofitting, the Royal Navy then hardly has any ships left with the need mentioned above for other tasks. This led Michael Clarke, when he was still director of the RUSI, to remark that with the commissioning of the new aircraft carriers, the entire fleet would only be around the QEC combat group in the future, with which the Royal Navy would put “a lot of eggs in one basket“. However, it must be doubted whether the number and composition of this still small escort will be sufficient for possible QEC missions against (almost) equivalent opponents such as Russia or even China. The UK will, therefore, have to ask its NATO partners, especially the United States, to provide appropriate escort protection. There are fears that large-scale projects such as the QEC, the costly F-35B fighter jets based on it, and the renewal of the British submarine fleet for nuclear deterrence will consume so much money that the British Army or Royal Air Force could miss out in the future.

The UK F-35B Lightnings complete their first phase of flight testing with the HMS Queen Elizabeth in the United States.

The U.S. Marine Corps provides the QEC “backup”
The United States and Britain’s navy and the marine corps have a long tradition of mutual aid and exchange of ships and aircraft. Royal Navy pilots have been continued to fly AV-8B Harrier and F/A-18 Super Hornets with the USMC since 2011, when the last British aircraft carrier, HMS Ark Royal, was taken out of service, giving them their specific flight skills. This means that around 60 British pilots with “carrier experience” are available for training on the new F-35B. The British flight deck crews have also been training for future use on the QEC on U.S. carriers for some time (“First Trials of F-35 Aboard HMS Queen Elizabeth Begin This Autumn“, Save the Royal Navy, 09.07.2018). Since 2017, the QEC has repeatedly been testing the positioning of the future British carrier combat group during maneuvers with U.S. aircraft carriers. On its first mission in 2021, the Royal Navy will only be able to provide its squadron with 12 F-35B fighter planes for carrier use. In order to fully utilize the capacities of the QEC, the USMC will station another squadron with 12 of its F-35Bs onboard the British aircraft carrier from this point in time (“Joint Press Conference by Secretary Carter and Secretary Michael Fallon“, U.S. Department of Defense, 07.09.2016). The USMC seems to be enthusiastic about the QEC. The obvious advantage is the access to another carrier as a maritime platform, which will reduce the pressure on the U.S. ships in the future. The QEC is much larger than the USMC amphibious assault vessels, and above all has more hangar and flight deck area as well as more comfortable accommodation and command areas. The 16,000 m2 flight deck enables even STOVL fighter jets to have a comparatively high deployment rate, as there is more space for refueling and ammunition of the F-35B fighter jets than on the USMC America class amphibious assault ships with their 45,000 t displacement. In addition, helicopters and fighter jets can take off and land on the QEC at the same time or in a denser order. Nevertheless, with all the demonstrative friendship, the question of actual British sovereignty over U.S. fighter jets based on the QEC has so far remained unanswered given the divergent political views of both countries in the event of a conflict (“Looking Ahead – US Marine Corps Aircraft to Embark on Board HMS Queen Elizabeth“, Save the Royal Navy, 13.05.2019).

[…] the Royal Navy is shockingly lean in numbers. It operates just 19 destroyers and frigates. Factor in training, overhauls, and routine upkeep and London can expect to have roughly 10 surface combatants available on any given day. And those vessels must not only perform sentry duty alongside carriers at sea, fending off air, missile, and submarine attacks, but also police the United Kingdom’s offshore waters, show the flag in foreign ports, and execute the other myriad tasks that all sea services execute. It’s doubtful any Royal Navy fleet forward-deployed to China’s or Russia’s backyard would constitute a war-winning force by itself. The inventory is just too thin. — James R. Holmes, Britannia Helps Rule the Waves“, Foreign Policy, 20.02.2019.

Rule, Britannia! Britannia Rule the Waves…
The QEC is not a “supercarrier” like the new Gerald R. Ford class carrier. It is a symbol of the disintegration of the claims and reality of British naval power because Great Britain itself has not ruled the high seas since the 1950s. This aircraft carrier is a compromise between the tight defense budget and Britain’s intended military power projection on the world’s oceans. Some analysts see their role reduced to that of a “light” aircraft carrier, which is only used for submarine hunting and the protection of U.S. carrier combat groups. However, it is not a convenient naval target, as Russia claims, even if their self-defense capabilities and their escort are somewhat lacking and therefore a stay near U.S. warships seems militarily advisable, or the European NATO partners of the QEC would have to provide support ships in the future. The design with two islands, the technical innovations, and the small regular crew are remarkable on the one hand, but on the other hand, they have to prove their suitability under operating conditions. One of its strengths is undoubtedly its versatility in acting both as an aircraft carrier and as an amphibious assault vessel. However, without catapults, arresting cables, corrugated decks, and landing craft, the carrier can only fulfill both roles with restrictions. The lack of powerful early warning and refueling aircraft, the somewhat narrow-small bore conventional propulsion, and the choice of the F-35B as a carrier aircraft instead of the more potent F-35C also limit their operational capability in future conflicts. There are doubts as to whether it could hold its own in a military conflict with an (almost) equivalent opponent, such as Russia or China, with a purely British escort. Nevertheless, compared to the Invincible class carriers, the QEC class is many times larger and more powerful. Its large flight deck enables even STOVL fighter jets to have a high daily deployment rate. The F-35B as a 5th generation stealth fighter plane is more modern and significantly more powerful compared to the retired Sea Harrier GR9. If the F-35B is purchased in sufficient numbers, it can significantly increase the combat strength of the QEC carrier combat group with its ISTAR capabilities and compensate for some of the deficits described. Great Britain will no longer be alone with the HMS Queen Elizabeth and her sister ship HMS Prince of Wales, but in cooperation with its NATO partners, it will again master the seas.

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U.S. and Iranian missiles strikes sought to avoid escalation

by Paul Iddon

In many ways, the Iranian ballistic missiles attack on U.S. forces in Iraq and the U.S. missile strikes against targets in Syria were strikingly similar in the way they sought to avoid bringing about any serious escalation that could have led to war. 

This satellite image provided on Wednesday, Jan. 8, 2020, by Middlebury Institute of International Studies and Planet Labs Inc. shows the damage caused from an Iranian missile strike at the Ain al-Asad air base in Iraq.
This satellite image provided on Wednesday, Jan. 8, 2020, by Middlebury Institute of International Studies and Planet Labs Inc. shows the damage caused from an Iranian missile strike at the Ain al-Asad air base in Iraq (click on the image to enlarge it). One cruise missile had knocked down more than a dozen heavy concrete blast walls and incinerated shipping containers used as living space by U.S. soldiers. Another had destroyed two hangars that normally house Blackhawk helicopters, blasting through offices nearby and causing a fuel fire that lasted hours (Kamal Ayash and John Davison, “Hours of Forewarning Saved U.S., Iraqi Lives from Iran’s Missile Attack“, Reuters, January 14, 2020).

On January 8, Iranian ballistic missiles simultaneously targeted the Al-Asad airbase in Iraq’s Anbar province (see image above) and Erbil International Airport in Iraqi Kurdistan, where U.S. military personnel is housed. While Iran fired at least 22 ballistic missiles, the U.S. did not suffer any fatalities. Tehran said the attack was retaliation for the U.S. assassination of Iran’s Islamic Revolutionary Guard Corps’ Quds Force commander Qasem Soleimani on January 3. Washington did not retaliate and fears of a significant escalation, or the dire prospect of a direct US-Iran war, subsequently decreased.

The only thing that can end this period of war is for the Americans to receive a blow that is equal to the blow they have inflicted. Afterward they should not seek a new cycle. — Major General Hossein Dehghan cited in Fred Pleitgen, Tim Lister, and Schams Elwazer, “Exclusive: Iran’s Response to US Will Be Military — Khamenei’s Adviser“, CNN, January 5, 2020.

Tehran launched the attack after giving plenty of forewarning. On January 5, Brigadier General Hossein Dehghan, Iranian Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei’s military advisor, told CNN that the then-upcoming attack would come directly from Iran, rather than from Tehran’s proxy militias, against U.S. “military sites” in the region. “Our reaction will be wise, well considered and in time, with decisive deterrent effect”, he said. His statement made it unequivocally clear that, rather than attack any U.S. bases or targets in the Gulf states, Iran’s retaliation would come in Iraq, giving U.S. forces based there about three days to prepare themselves.

Five days after the strike, Reuters cited two Iraqi officers based in Al-Asad as saying that American and Iraqi forces began moving troops and hardware to fortified bunkers eight hours before the strike. Reuters also cited another Iraqi intelligence source, who went so far as to say that the U.S. troops seemed “totally aware” that the attack would come “after midnight”. Consequently, the Iranian missiles simply hit “empty bunkers that had been evacuated hours before”. It was later revealed, despite U.S. President Donald Trump dismissing the symptoms as mere “headaches“, that Iran’s missile strike did wound 64 U.S. personnel by giving them traumatic brain injuries.

The way in which Tehran carried out this missile strike was not wholly dissimilar to the two past U.S. cruise missile strikes against Syrian regime targets in April 2017 and April 2018. For example, on the morning of April 7, 2017,  the U.S. responded to the Khan Shaykhun chemical attack carried out three days earlier by hitting Syria’s Shayrat Airbase with 59 Tomahawk cruise missiles. It did so after giving prior warning to Russia, a major ally and backer of Syrian President Bashar al-Assad

Pieces of missiles are seen at the rural area of Al-Baghdadi town after Iran’s Islamic Revolutionary Guard Corps targeted Ain al-Asad airbase in Iraq on January 08, 2020.
Pieces of missiles are seen at the rural area of Al-Baghdadi town after Iran’s Islamic Revolutionary Guard Corps targeted Ain al-Asad airbase in Iraq on January 08, 2020.

Moscow likely gave Damascus some prior warning, and it was also likely the regime knew that particular base would be hit. “Russian forces were notified in advance of the strike using the established deconfliction line”, said Navy Captain Jeff Davis at the time. “US military planners took precautions to minimize risk to Russian or Syrian personnel located at the airfield”. Despite that enormous strike package of 59 Tomahawk missiles raining down on the base, Syrian Armed Forces’ remaining Su-22s were able to land and take off from the base hours later. The situation did not escalate into any major confrontation with Damascus. 

On April 14, 2018, the United States, this time in a coordinated strike with the United Kingdom and France, fired even more cruise missiles at three targets related to Syria’s chemical weapons program, in response to a chemical attack in Douma one week earlier. As with the Shayrat attack, the U.S. gave notice to ensure there was no serious casualties or subsequent escalation. The U.S. ambassador to Russia, Jon M. Huntsman Jr., published a statement on Facebook in which he explained that: “Before we took action, the U.S. communicated with the RF [Russian Federation] to reduce the danger of any Russian or civilian casualties”. Additionally, a pro-Syrian regime official confirmed that: “We had an early warning of the strike from the Russians… and all military bases were evacuated a few days ago”. These measures were clearly taken to avoid any significant escalation or war. 

Later, Trump came close to bombing targets inside Iran following Tehran’s shooting down of a U.S. surveillance drone over the Gulf of Oman on June 20, 2019 (see image right). According to Trump, he approved strikes against three targets but then called it off a mere 10 minutes before it was set to commence. His decision came after the U.S. military gave him its prediction that at least 150 Iranians would have been killed, something Trump deemed wouldn’t have been “proportionate” to the destruction of an unmanned aircraft. Also, more likely than not, the U.S. military made clear to him that a limited strike similar to the previous ones against Syria would be much harder to carry out against Iran itself and escalation or major war would have, therefore, been far more likely. 

Tensions between Iran and the United States remain high, and the prospect of war or a major escalation cannot be discounted. Nevertheless, de-escalation measures, however imperfect, taken by Tehran and Washington in these incidents indicate that neither side actually wants a full-blown war. 

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Europäisches Kampfpanzer-Projekt – Nicht offen für alle EU-Mitglieder?

von Björn Müller (Facebook / Twitter). Er ist Journalist in Berlin mit dem Schwerpunkt Sicherheits- und Geopolitik. Dieser Artikel basiert auf dem Manuskript der NDR-Sendung “Streitkräfte und Strategien” vom 02.11.2019.

Deutschland und Frankreich arbeiten an einem Konzept für einen gemeinsamen Kampfpanzer der Zukunft. Das sogenannte Main Ground Combat System – kurz MGCS – soll Mitte der 2030er Jahre nicht nur den Leopard 2 der Bundeswehr und Frankreichs Hauptkampfpanzer Leclerc ersetzen. Das neue Waffensystem soll auch der Standard-Panzer in Europa werden, so der Anspruch von Berlin und Paris.

Quelle: Armin Papperger, "Mobility, Security, Passion", Rheinmetall, 2019.
Quelle: Armin Papperger, “Mobility, Security, Passion“, Rheinmetall, 2019.

Gegenwärtig finden sich in den Streitkräften der europäischen Länder 11 verschiedene Panzer-Modelle. Das zeigt, wie heterogen und zersplittert das Militär-Potenzial der Europäer ist. Ein einheitlicher Kampfpanzer von Polen bis Portugal wäre ein entscheidender Fortschritt beim Vorhaben der EU, Europa zu einer ernstzunehmenden Militärmacht zu machen. Für die Öffnung der deutsch-französischen Initiative zu einem europäischen Panzer-Projekt wäre Polen ein entscheidender Testfall. Das Land an der Ostflanke der NATO spielt angesichts des Konfliktes mit Russland bei der Verteidigung der Militärallianz und der EU eine wichtige Rolle. Die Regierung in Warschau strebt den Aufbau einer starken Panzerstreitmacht an. Sie hat bereits ihren Wunsch deutlich gemacht, sich an dem deutsch-französischen Rüstungsprojekt zu beteiligen. Allerdings haben die Polen Zweifel, ob Deutschland und Frankreich es mit der in Aussicht gestellten Beteiligung Dritter wirklich ernst meinen.

Der Eindruck in Polen ist, dass zwar viel über europäische Waffensysteme und europäische Rüstungsprogramme gesprochen wird. Frankreich und Deutschland meinen damit aber vor allem bilaterale, deutsch-französische Programme. Die Rüstungsindustrie in Frankreich und Deutschland soll so ihren Marktanteil in Europa vergrößern – auf Kosten der Wehrindustrie in anderen Ländern wie Polen.

Marcin Terlikowski – Rüstungsexperte beim Polnischen Institut für Internationale Angelegenheiten (PISM) in Warschau.
Quelle: Armin Papperger, "Mobility, Security, Passion", Rheinmetall, 2019.
Quelle: Armin Papperger, “Mobility, Security, Passion”,
Rheinmetall, 2019.

Tatsächlich sind Deutschland und Frankreich bisher vor allem darauf fixiert, die jeweiligen Anteile an der Produktion eines neuen Kampfpanzers zwischen der deutschen und französischen Rüstungsindustrie aufzuteilen. Die deutschen Panzerschmieden Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall ringen gegenwärtig miteinander um die Führung des Rüstungsprojekts. Frankreich fürchtet, dadurch könnte der für sein beteiligtes Unternehmen Nexter vereinbarte Produktionsanteil von 50 Prozent in Gefahr geraten. Dabei könnte Polen zugunsten einer Beteiligung durchaus in die Waagschale werfen, ein künftiger Hauptabnehmer des Zukunftspanzers zu sein:

Polen hat demnächst einen Bedarf von mindestens 500 Kampfpanzern, um Lücken in den Panzerbrigaden zu schließen.

— Terlikowski

Das Problem der polnischen Streitkräfte: Die Panzerverbände sind zum großen Teil noch immer mit älteren sowjetischen Typen ausgerüstet. Die modernsten Panzer sind veraltete deutsche Leopard 2 Versionen. Doch Polen ist nicht nur an einer Beteiligung am deutsch-französischen Kampfpanzer interessiert. Die Regierung in Warschau denkt bereits viel weiter:

Unsere Verteidigungsindustrie ist nicht ausgerichtet auf die europäische Rüstungskooperation. Wir sind nicht an europäischen Projekten beteiligt. Im Mittelpunkt steht immer noch die sowjetische Technologie. Und das ist der Grund, warum wir Zugang zu westlicher Expertise haben wollen. Wir wollen so unsere industriellen Fähigkeiten weiterentwickeln.

— Terlikowski
Das 2013 auf der MSPO-Ausstellung in Kielce von OBRUM aus Gleiwitz- Łabędy vorgestellte Designkonzept eines zukünftigen polnische Unterstützungspanzers PL-01 hat sich bis jetzt nicht realisiert.
Das 2013 auf der MSPO-Ausstellung in Kielce von OBRUM aus Gleiwitz- Łabędy vorgestellte Designkonzept eines zukünftigen polnische Unterstützungspanzers PL-01 hat sich bis jetzt nicht realisiert.

Mittelosteuropäische Staaten wie Polen sind bis heute keine Partner bei großen europäischen Rüstungsvorhaben wie dem Transportflieger A400M. Hier dominieren die westeuropäischen Länder mit ihren Großkonzernen wie Airbus. Die Nutzung sowjetbasierter Technologie grenzt die Osteuropäer aus. Für Terlikowski wäre das deutsch-französische Panzerprojekt daher eine große Chance für Polen, diese Ausgrenzung zu überwinden:

Der einzige Rüstungsbereich, in dem wir etwas auf den Tisch bringen könnten, sind die Landsysteme. Hier sind wir in der Lage, einige anspruchsvolle Plattformen zu produzieren und auf dem globalen Markt erhältliche Komponenten zu integrieren. So können wir beispielsweise eine Panzerhaubitze auf einem Samsung-Fahrgestell anbieten; außerdem ein tschechisches Artilleriegeschütz mit einem integrierten polnischen Feuerleit- und Kommunikationssystem.

— Terlikowski

Polen hat daher ein großes Interesse, am deutsch-französischen Kampfpanzer-Projekt beteiligt zu werden. Doch ein Einstieg ist kein Selbstläufer. Speziell von französischer Seite gibt es Vorbehalte gegen Polen.

Man kann feststellen, dass sich die bilateralen Beziehungen seit 2014 verschlechtert haben. Sie haben sich auch im Rüstungsbereich verschlechtert. Erstmal war aus französischer Sicht keine tragende Reform der nationalen Rüstungsindustrie zu erkennen. Speziell zum Thema MGCS hat man in Paris auch nicht vergessen, dass Polen erst mal ein italienisches Gegenprojekt unterstützt hat. Zweitens erscheint die amerikanische Präferenz so dominant, dass sie kaum vereinbar ist mit der europäischen Präferenz, die von Paris unterstützt wird. Bestes Beispiel ist der sogenannte Caracal-Vertrag – 2016 hatte die polnische Regierung die Beschaffung von Caracal-Militärhubschraubern zugunsten amerikanischer Hubschrauber abbestellt. Das sind natürlich keine vertrauenerweckenden Gesten zwischen Paris und Warschau.

Gaëlle Winter – Sicherheitsexpertin an der Stiftung für Strategische Studien (FRS) in Paris.

Neben dem schlechten Verhältnis zu Frankreich stellt sich außerdem die Frage, wie Polen zum MGCS-Projekt beitragen könnte. Denn beim kommenden Zukunftspanzer wünschen sich die deutschen und französischen Militärs nicht nur eine verbesserte Version bewährter Panzertechnik wie beim Leopard 2. Es geht darum, ein Hightech-System zu entwickeln, bei dem Robotik und Waffen wie Hochgeschwindigkeitsraketen eine entscheidende Rolle spielen. Das neue Waffensystem soll sozusagen ein militärischer “Gamechanger” werden. Christian Mölling, Forschungsdirektor der Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) in Berlin, ist skeptisch, ob die Polen hierzu einen Beitrag leisten können, indem sie eine dafür notwendige Rüstungsstrategie verfolgen:

Passt das in einen größeren Plan, wie sie eigentlich eine verteidigungsindustrielle Basis aufbauen wollen? Wir haben ja zurzeit eine Entwicklung in Polen, wo wir quasi eine Zentralisierung der polnischen Verteidigungsindustrie in einem großen industriellen Zentrum haben. Ob das zielführend ist, weiß ich nicht. Das ist zumindest nicht so, wie Innovation in den letzten Jahren und Jahrzehnten abgelaufen ist.

— Mölling

Polen versucht bereits seit einiger Zeit, seine Rüstungsindustrie neu zu ordnen. Unter Leitung des Warschauer Verteidigungsministeriums sind schon mehr als 60 Betriebe in der sogenannten “Polnischen Rüstungsgruppe” zusammengefasst worden. Sie firmiert unter dem Kürzel PGZ. Die PGZ umfasst Gewehrhersteller bis hin zu Werften. Mithilfe der gestiegenen Verteidigungsausgaben soll die PGZ zu einer mächtigen staatlichen Rüstungsholding reifen. Damit will Polen seine Streitkräfte umfassend ausstatten können und langfristig als starker Player am weltweiten Rüstungsmarkt auftreten. Allerdings gibt es für die “Polnische Rüstungsgruppe” praktisch keine Konkurrenz im Land, was üblicherweise Gift ist für die Bereitschaft, in Forschung und Innovation zu investieren. Schon in der Gründungsphase der PGZ 2016 kritisierte der polnische Rechnungshof, dass es für das politische Ziel, ein großes Rüstungsunternehmen aufzubauen, keine klare Strategie gebe. So wurde vorab keine Untersuchung über mögliche Synergieeffekte der betroffenen Unternehmen durchgeführt. Vor diesem Hintergrund warnt Mölling vor zu hohen Erwartungen an eine polnische Beteiligung beim deutsch-französischen Panzer-Projekt:

Wenn man aus der Wettbewerbsperspektive – aus polnischer Wettbewerbsperspektive – guckt, wie viel Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen in anderen Ländern abgelaufen sind. Dann mag man das als unfair oder als Verweigerung von Teilhabe empfinden. Aber letztendlich wird es weder der polnischen Industrie, noch der deutschen, noch der französischen Industrie etwas bringen, einen Partner an Bord zu nehmen, mit dem man nachher Produkte produziert, die überhaupt nicht oder schwer weiterverkaufbar sind auf einem überhaupt nur zugänglichen Markt; denn man kann ja auch nicht überall hin verkaufen. Das gilt ja auch für die Deutschen und Franzosen. Es ist ja nicht so, dass die, aufgrund ihrer Panzerproduktion, im Reichtum schwimmen. Die Tatsache, dass wir eine Panzerproduktion zwischen KMW und Nexter haben – für die das Main Ground Combat System ja auch nur gemacht wurde – zeigt, dass nicht genug Volumen im Markt ist. Also auch da ist der Realismus sinnvoll.

— Mölling

Das Beispiel Polen zeigt deutlich, wie schwierig es wird, das deutsch-französische Kampfpanzer-Projekt zu einem europäischen Rüstungsvorhaben zu machen, an dem sich auch andere EU-Staaten beteiligen können. Wie so oft gibt es auch hier zwischen dem verkündeten Ziel einer gemeinsamen europäischen Verteidigungs- und Rüstungspolitik und den nationalen Interessen und Möglichkeiten der Akteure eine Kluft. Diese zu überwinden, ist eine politische Herkules-Aufgabe.

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Why is Russia Modernizing Abkhazian Forces?

by Paul Pryce. With degrees in political science from both sides of the pond, Paul Pryce has previously worked as Senior Research Fellow for the Atlantic Council of Canada’s Canadian Armed Forces program, as a Research Fellow for the OSCE Parliamentary Assembly, and as an Associate Fellow at the Latvian Institute of International Affairs. He has also served as an infantryman in the Canadian Forces.

A Soviet-build infantry fighting vehicle, BMD-1, of Abkhazian armed forces rolls during a military parade to mark the 20th anniversary of Georgia's rebel region's de facto independence in Sukhumi on September 30, 2013. (Photo: Ibragim Chkadua).
A Soviet-build infantry fighting vehicle, BMD-1, of Abkhazian armed forces rolls during a military parade to mark the 20th anniversary of Georgia’s rebel region’s de facto independence in Sukhumi on September 30, 2013 (Photo: Ibragim Chkadua).

In September 2019, the Russian Federation’s President Vladimir Putin announced that his government would finance defence modernization efforts in Abkhazia, a secessionist region of Georgia that was formally recognized by Russia after the 2008 Russo-Georgian War but by few other countries since. What this modernization might look like for Abkhazia or for South Ossetia, another breakaway region of Georgia, is unclear but merits further analysis, especially as Russia could look to introduce similar programs in the future in occupied regions of Ukraine, such as Crimea and the so-called Donbas.

The Abkhazian Armed Forces are made up of three armed branches – land forces, the navy and air forces. Land forces are deployed in three military districts: the central (Sukhumi), eastern (Ochamichira) and western (Pitsunda). There are 2,200 active personnel, the Abkhazia Air Force is equipped with 5 L-39 jet trainers, 3 transport aircrafts and 6 helicopters. The Abkhazian Navy consists of 1 battalion (350 persons) and 15 motor boats. — Grazvydas Jasutis, “Georgia-Abkhazia: The Predominance of Irreconcilable Positions“, Geneva Academy, The War Report 2018, October 2018.

The current size and capabilities of the Abkhazian Armed Forces, the secessionists’ military force, are unclear. However, most reliable sources indicate a standing force between 2,200 and 5,000 soldiers as well as reserves of 25,000 to 50,000 personnel. Much of the arms and equipment used by these forces was obtained either from the Soviet Airborne Forces base in Gudauta, situated on the Black Sea, or through arms transfers from the Russian Federation during the 1990’s and what could be captured from Georgian forces during the 2008 war. As such, Russian sources state that the Abkhazians have a modest arsenal of T-55 and T-72 tanks, BMP-1 and BMP-2 infantry fighting vehicles, and BTR-60 armoured personnel carriers. Owing to its Black Sea coastline, the Abkhazian military also has a maritime branch, but this is believed to consist of only 15 motor boats that have been jury-rigged where possible to carry machine guns. 

With much of Abkhazia’s equipment dating back to the 1960’s and 1970’s, a serious modernization effort would be rather expensive. By way of comparison, according to the Georgian Armed Forces, they consist 37,000 active personnel (however the Military Balance 2019 lists 20,650 active personnel), supported by an annual defence budget of more than $300 million. Much of the Georgian military’s equipment was also inherited from the Soviet Union, but reportedly Georgia intends to replace its attack helicopters with designs from NATO members and the country receives training assistance from NATO under the Partnership for Peace and other similar programs. Somewhat concerning, though, is Georgia’s plans to replace its Su-25KM fighters with drones, which would attempt to fulfil the same close air support (CAS) role. 

Evidently, despite diminishing capabilities in some areas, Georgia would be more than ready to hold its own against Abkhazia in a conflict. It is the role of Russian forces in the region that tips the scales in Abkhazia’s favour, with about 4,000 Russian soldiers deployed in Gadauta and a smaller naval base in Ochamchire. This “rapid reaction force” is supported by at least four combat aircraft stationed in Gadauta – two Su-27SKM fighters and two MiG-29’s. Even with their anti-air systems, Georgian ground forces would likely find themselves at the mercy of Russian air superiority in the event of a renewed conflict with Abkhazia and South Ossetia, making Georgia’s move to sell off its conventional combat aircraft all the more puzzling.

Abkhazia's Defense Minister Mirab Kishmaria (L) and Russia's Defense Minister Sergei Shoigu shake hands during a meeting ahead of signing an agreement on financing modernization of Abkhazia's Armed Forces in August 2019 (Photo: Alexei Yereshko).
Abkhazia’s Defense Minister Mirab Kishmaria (L) and Russia’s Defense Minister Sergei Shoigu shake hands during a meeting ahead of signing an agreement on financing modernization of Abkhazia’s Armed Forces (Photo: Alexei Yereshko).

To wean Abkhazia off of its reliance on Russian security guarantees, a substantial investment would be needed. Beyond the acquisition of a few combat aircraft and missile boats, Abkhazia would need more anti-armour weapons and newer tanks if it is to face off against Georgia’s larger number of T-72’s. This would also require a sustained financial commitment from Russia if Abkhazia were to keep pace with Georgia’s own modernization efforts, which include support from NATO and several of its member states. It is also important to keep in mind that modernization efforts in Abkhazia will likely have to be matched with similar assistance to South Ossetia, which relies on 2,500 active military personnel and reserves of 13,500. Bolstering Abkhazia but neglecting South Ossetia could breed distrust in the latter for Russia or present Georgia with the perceived invitation to force a change on the ground in South Ossetia. As Russia has offered to sell India surplus MiG-29’s at a cost of $25-30 million per aircraft, it is easy to imagine that a serious effort to modernize Abkhaz and South Ossetian forces could become prohibitively expensive. 

Some observers have sought a geopolitical explanation for this, arguing that Russia’s pursuit of dominance in the Black Sea region could justify the expense. More likely, Russia does not intend for the genuine modernization of Abkhaz and South Ossetian forces. Rather, the announced program is intended to serve the interests of Russia’s own arms industry, which has been struggling to survive amid declining exports, increased production costs, and domestic budgetary constraints. The pledged assistance to Abkhazia has created new demand for arms, which will undoubtedly be supported by long-term contracts for maintenance on all of this new, modernized equipment. This is not by any means the “shot in the arm” that the Russian defence industry currently needs – such as Russia’s hoped-for sale of Su-35 or Su-57 fighters to Turkey, India, or China – but it at least allows Putin to demonstrate to the industry that he is exhausting every possible avenue to keep the sector running. It is through this lens that Russia’s recent behaviour in Abkhazia can best be understood: not as part of some grand geopolitical project, but as a desperate strategy to stave off the decline of another Russian industry.  

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Vice News – Iran’s Power Over Iraq

On January 3, 2020, Iranian Major General Qasem Soleimani, a leader in Iran’s Islamic Revolutionary Guard Corps and the head of the secretive Quds Force, was assassinated in a U.S. drone attack. Nine others were killed alongside Soleimani, including the deputy chairman of Iraq’s Popular Mobilization Forces (PMF; aka Hashd), and commander of Kata’ib HezbollahAbu Mahdi al-Muhandis. This operation was a reaction to the protests allegedly supported by Iran on December 31 in front of the U.S. Embassy in Baghdad. In anger over U.S. airstrikes that killed 25 members of the Iranian-backed militia Kata’ib Hezbollah, which is part of the PMF protesters breached the compound’s outer wall of the embassy. Their ability to storm the most heavily guarded zone in Baghdad suggested that they had received at least tacit permission from Iraqi security officials sympathetic to their demands (Falih Hassan, Ben Hubbard, and Alissa J. Rubin, “Protesters Attack U.S. Embassy in Iraq, Chanting ‘Death to America’“, The New York Times, December 31, 2019).

Protesters used a plumbing pipe to break the U.S. embassy’s windows (Photo: Murtadha Sudani).
Protesters used a plumbing pipe to break the U.S. embassy’s windows (Photo: Murtadha Sudani).

After the 2012 Benghazi attack resulting in the deaths of U.S. Ambassador to Libya J. Christopher Stevens and U.S. Foreign Service Information Management Officer Sean Smith, and the harsh criticism of then-Secretary of State, Hillary Clinton by U.S. President Donald Trump during his election campaign, Trump could not risk a similar tragedy during its presidency (Wesley Morgan and Daniel Lippman, “Trump Tries to Avoid His Own Benghazi“, Politico, December 31, 2020). According to a statement by the U.S. Department of Defense, Soleimani was actively developing plans to attack U.S. diplomats and service members in Iraq and throughout the region. He allegedly approved the attacks on the U.S. Embassy in Baghdad.

Supreme leader Ayatollah Ali Khamenei (left), Hezbollah Secretary General Hassan Nasrallah (center), and Qods Force commander Qassem Soleimani (right).
Supreme leader Ayatollah Ali Khamenei (left), Hezbollah
Secretary-General Hassan Nasrallah (center), and Qods
Force commander Qassem Soleimani (right).

However, the imminent escalation between the USA and Iran has been on the horizon for quite some time. The hesitant support of the Obama administration to Iraqi authorities in the fight against the Islamic State of Iraq and the Levant and Iran’s significant support of the Shiite militias allowed Iran to expand its influx into Iraq. In addition, the Shiite militias enjoy a heroic reputation among Iraqi Shiites because the PMF played a key role in the liberation of territory, first on the front lines in much of the initial fighting, and then holding areas as Iraqi forces recovered and began leading the liberation. Therefore, the political wing of these militias, the Fatah Alliance, could influence upcoming elections in Iraq. The party already took second place in the 2018 parliamentary elections.

On the strategic level, at least since the Iran-Iraq War in the 1980s, Iran has focused its foreign policy on building asymmetric capabilities. Soleimani has played an important role in this respect. He has spearheaded Iran’s efforts to build upwards of 280,000 fighters in Yemen, Syria, Iraq, Lebanon, Afghanistan, and Pakistan, and to expand Iran’s power in the Middle East. He has personally overseen Iran’s expansion, creating a cult of personality throughout the region. (Michael Hirsh, “U.S. Strike Kills One of Iran’s Most Powerful Military Leaders“, Foreign Policy, January 3, 2020).

However, the opinion of some analysts that Soleimani is “irreplaceable” and that his assassination could permanently reduce Iran’s asymmetric capabilities in the Middle East seems to be more wishful thinking than reality. Even if the death of Soleimani represents a severe blow to the Iranian leadership in the short term, he is hardly the only one who has maintained contact with the Tehran-backed groups. Military organizations are designed in such a way that anyone can be replaced. Hezbollah is a good example of this: the assassination of the influential Lebanese Shia cleric and Secretary-General of Hezbollah, Abbas al-Musawi, in February 1992, did not cripple the group’s capabilities. On the contrary, such assassinations tend to increase the reputation of the leaders concerned among their supporters as Martyrs. (Daniel Byman, “Iran Can Find a New Suleimani“, Foreign Policy, January 6, 2020).

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Iran Readies Carrier Barge for Show of Force

Satellite imagery shows Iran repairing the U.S. carrier mock-up it previously targeted during the Great Prophet 9 military exercise in February 2015. The first signs that Iran may have renewed plans for the mockup occurred between July and August 2019. At the time, workers relocated the barge inside the breakwaters at Bandar Abbas naval base to begin repairs.

While work was not initiated until October, imagery acquired in November shows substantial patchwork already completed as well as ongoing reconstruction of the lattice structure supporting the barge’s deck. The steady increase in repairs suggests that it could be used in an upcoming military exercise before the end of the Iranian year in March 2020.

It’s expected Iran will likely target the barge inside the Strait of Hormuz to demonstrate its capabilities against a would-be aggressor. During the previous 2015 exercise, Iran struck the mock-up with multiple land-based anti-ship cruise missiles, ballistic missiles, fast attack craft, as well as suicide vessels. A final phase saw Iranian Special Forces fast-rope from helicopters onto the barge surface and attack the mock-up’s superstructure.

Iran’s ongoing signaling of its ability to strike U.S. assets in the Strait of Hormuz further reiterates its anti-access/area denial strategy. It is also keenly aware that any potential disruption to trade flows would likely impact the global economy. According to data collected by the U.S. Energy Information Administration, approximately 21 million barrels flowed through the vital chokepoint in 2018.

In light of the U.S. assassination of Qassim Suleimani and retaliatory strikes against U.S. positions in Iraq, Iran rehearsing an attack against a U.S. carrier would serve to further inflame tensions. At present, it’s unknown if Iran has planned other escalating measures.

Bottom Line – Iran will likely demonstrate its ability to attack a U.S. carrier in the Gulf before the end of the Iranian year, but repairs to the barge began before the recent tensions around Suleimani’s death.

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China’s Encirclement of Vietnam

by Paul Pryce. With degrees in political science from both sides of the pond, Paul Pryce has previously worked as Senior Research Fellow for the Atlantic Council of Canada’s Canadian Armed Forces program, as a Research Fellow for the OSCE Parliamentary Assembly, and as an Associate Fellow at the Latvian Institute of International Affairs. He has also served as an infantryman in the Canadian Forces.

Click on the image to enlarge it.

Since taking power in October 2018, following the death in office of his predecessor, Vietnam’s President Nguyễn Phú Trọng faces a foreign policy situation made increasingly worrisome by an apparent containment strategy from China. In July 2019, reports indicated that China’s maritime forces, the People’s Liberation Army Navy (PLAN), secured exclusive access for 30 years, with automatic renewals every 10 years after that, to one-third of Ream Naval Base. The naval base is operated by the Royal Cambodian Navy and located a little more than 60 kilometers from the Vietnamese island of Phú Quốc. This would be China’s second permanent overseas military presence, following the establishment in 2017 of China’s naval base in Djibouti. Beyond the Ream Naval Base agreement, Chinese entities have acquired a 99-year lease for Dara Sakor, a region encompassing roughly 20% of the Cambodian coastline.

Cambodia’s efforts to attract Chinese investment have compromised Vietnam’s southwestern flank and further eroded what limited capacity for collective defence the Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) offered. Whereas most analyses of these recent developments discuss them in the context of China-India relations and China’s alleged “String of Pearls” strategy, it is important to recognize the geopolitical pressure that would be placed on Vietnam by an overt Chinese military presence in Cambodia. In 2018, China rapidly deployed a series of structures to the Paracel Islands, located to the east of Vietnam and which are subject to rival claims from China, Taiwan, and Vietnam. As has also been widely reported, over the past few years, China has aggressively been building a series of bases in the Spratly Islands, which are located to Vietnam’s southeast. 

US officials fear the Chinese-built Dara Sakor International Airport in Cambodia could be used by China’s military (click on the image to enlarge it).

Combined with the militarization of these features and harassment from maritime militia based in Hainan Island’s Sanya City, located to Vietnam’s northeast, a PLAN presence at Ream Naval Base would complete the Chinese encirclement of Vietnam’s maritime forces. This will inevitably lead to more brazen encounters, like the Haiyang Dizhi 8 incident, in which a Chinese oil survey vessel by that designation entered Vietnam’s exclusive economic zone (EEZ) in July 2019 and engaged in a weeks-long standoff with Vietnamese forces. Such encounters serve to further strengthen China’s territorial claims in the South China Sea while also demonstrating to regional neighbours their limited capacity to preserve their sovereignty. 

Calls for closer defence ties between Vietnam and India pre-suppose that the over-arching Chinese motivation for establishing a presence in Cambodia is to add another link in the “String of Pearls”. Such an initiative would also not serve to break the Chinese encirclement of Vietnam. Rather, Vietnam needs more friends to the east of the Strait of Malacca. The establishment in June 2019 of a formal defence dialogue with Indonesia is a promising sign, and Vietnamese policymakers should seek to leverage this relationship as a counter to Chinese pressure on each of the two countries. This could include offering reciprocal recognition of territorial claims, with Vietnam declaring its support for Indonesia’s claims on the waters surrounding the Natuna Islands, in exchange for Indonesia more explicitly condemning China’s actions in the Spratly Islands. Vietnam could also offer to support Indonesia’s long-mulled idea of a military base in the Natuna Islands. 

Royal Canadian Navy’s HMCS Regina (left) and MV Asterix are docked at Cam Ranh port, Vietnam, in June 2019. It is the first-ever Canadian port call at a Vietnam naval base.

In August 2019, Hanoi also hosted Australian Prime Minister Scott Morrison, the first time an Australian head of government has travelled to Vietnam on a bilateral visit in 25 years. If this political overture were to be followed by a series of initiatives geared toward enhancing defence cooperation, such as joint exercises between the Royal Australian Navy (RAN) and the Vietnam People’s Navy (VPN), this could also give China pause before it presses home any advantage its encirclement is meant to secure. The signing in November 2018 of a “Declaration on Joint Visions for Enhancing Defense Cooperation” between Vietnamese and Australian policymakers certainly seems to suggest that this is the direction in which the two countries are heading.

The relationship with the United States will also be crucial. Vietnam has already curried favour with the Trump Administration for hosting the second round of talks between US President Donald Trump and North Korean dictator Kim Jong Un in February 2019. While in Hanoi for that summit, Trump also met with Vietnam’s new President. However, Trump has yet to return the favour by hosting President Trong in Washington, DC, although it is difficult to say whether this has been through a lack of diplomatic effort by Vietnam or the absence of an invitation from the American side. In any case, it should be a priority of Vietnamese foreign policy in the next few years to cultivate stronger personal ties with key figures in the Trump Administration and with whatever regime might emerge from the US elections in 2020. Even as the US has its disputes with China, the US Navy’s freedom of navigation patrols can help to alleviate the pressure on Vietnam by directing PLAN’s focus outward, toward external challenges to its dominance in the South China Sea rather than inward to Vietnamese defiance.

Another port call: in May 2019, the large French anti-air frigate Forbin docked at Hiep Phuoc port in Ho Chi Minh City, Vietnam.

Recognizing the seriousness of China’s encirclement, Vietnamese policymakers should also revisit the country’s “three no’s” principle: no military alliances, no foreign troops stationed on Vietnamese soil, and no partnering with a foreign power to combat another. The first and third no’s limit Vietnam’s capacity to manoeuvre in an otherwise increasingly constrained geopolitical environment. Vietnam does not need to seek a NATO-like regional arrangement in an effort to safeguard against future Chinese aggression. However, signaling that the three no’s no longer apply to Vietnam’s security situation would show existing or potential partners – like the US, Australia, Indonesia, and even India – that Vietnam would be willing to go “all the way” against a military threat from China or another aggressor. So long as the Vietnamese leadership continues to uphold the “three no’s”, China will know that Vietnam will be unwilling to escalate if attacked. Safe in that knowledge, provocations like the Haiyang Dizhi 8 incident will continue. 

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HMS Queen Elizabeth: ein Symbol britischer Seemacht?

von Roger Näbig (Twitter / LinkedIn). Er arbeitet als Rechtsanwalt und freier Journalist in Berlin mit dem Fokus auf globalen Konflikten, Verteidigung, Sicherheit, Militärpolitik, Rüstungstechnik & Kriegsvölkerrecht. Darüber hinaus hält er Vorträge zu verteidigungspolitischen Themen. For an English version see here.

Die HMS Queen Elizabeth (QEC) ist Namensgeberin der neuen Queen-Elizabeth-Flugzeugträgerklasse und mit ihrem Schwesterschiff HMS Prince of Wales (PoW) das teuerste Rüstungsprojekt Großbritanniens (um €7 Mrd.) sowie das größte je in Dienst gestellte Kriegsschiff der Royal Navy. Ihre Verdrängung (65’000 t) ist im Vergleich drei Mal größer als die des 2011 ausgemusterten britischen Flugzeugträgers HMS Ark Royal (22’000 t) aber 1/3 geringer als die des neuen US-Flugzeugträgers der Gerald-R.-Ford-Klasse (100’000 t). Ihr Design ist ungewöhnlich und nicht einfach nur die Kopie vergleichbarer US-Träger: zwei Inseln, ein hoch automatisiertes Waffenlager nebst Munitionsverteilungssystem, ein integrierter redundanter, nicht-atomarer Antrieb und ein 16’000 m2 großes Flugdeck ohne Katapulte oder Fangseile aber mit einer Sprungschanze am Bug. Zudem kommt die QEC bei ihrer Größe im Gegensatz zu US-Trägern mit einer relativ kleinen Stammbesatzung von nur rund 700 Seeleuten aus, die mittels eines drahtlosen Kommunikationssystems immer und überall an Bord erreichbar sind. Voll bemannt, verrichten sodann 1’600 Männer und Frauen, darunter auch eine Kompanie britischer Marineinfanterie mit 250 Soldaten, ihren Dienst an Bord der QEC (George Allison, “A Guide to the Queen Elizabeth Class Aircraft Carriers“, UK Defence Journal, 14.10.2019). Bei einer Länge von 284 m und einer Breite von 73 m ist der unter dem Flugdeck liegende Hangar mit 4’727 m2 groß genug, um gleichzeitig bis zu 36 F-35B Kampfflugzeuge und vier Transporthubschrauber unterzubringen (Andrew Hankinson, “Replacing the Invincibles: Inside the Royal Navy’s Controversial £6.2 Billion Warships“, Wired UK, 19.03.2017). Geplant ist bislang, auf der QEC und ihrem Schwesterschiff je eine Staffel mit 12 F-35B zu stationieren, die voraussichtlich ab 2023 auf 24 und später auf bis maximal 36 Kampfjets verstärkt werden sollen. Die genaue Zusammensetzung der Flugzeuge und Hubschrauber hängt jedoch von der jeweiligen Mission ab. Die QEC kann als Alternative beispielsweise auch bis zu 12 Chinook– oder Merlin-Hubschrauber und acht Apache-Angriffshubschrauber mitführen (“Built by the Nation for the Nation“, Aircraft Carrier Alliance). Geplant ist, die HMS Prince of Wales so umzubauen, dass sie auch als amphibischer Angriffsträger mit einem solch größeren Kontingent an Hubschraubern einsetzbar wäre. Vorsorglich wurde bei der Planung beider Flugzeugträger zudem eine Ausbaureserve von 16% an zusätzlichem Gewicht für spätere Um- bzw. Nachrüstungen vorgesehen, getreu dem Motto des ehemaligen Ersten Seelords, Admiral Sir Michael Boyce: “Luft kostet nichts und Stahl ist billig” (“Development of the Queen Elizabeth Class Aircraft Carrier – a Design History“, Save the Royal Navy, 02.10.2018).

First Deck Landing on HMS Queen Elizabeth
Erste Landung auf dem Deck der HMS Queen Elizabeth

Die Gründe, warum die QEC über zwei Inseln verfügt…
Als bislang einziger Flugzeugträger weltweit verfügt die QEC über zwei Inseln, die dem Betrachter sofort ins Auge fallen. Der Grund hierfür liegt u.a. in der Trennung der Schornsteine für die beiden, in zwei getrennten Schiffskomplexen untergebrachten Maschinenräume, bestehend aus je einer Rolls-Royce MT30-Gasturbine mit 36 MW unterhalb jeder Insel und jeweils zwei Dieselmotoren mit je 10 MW weiter unten im Rumpf, die den integrierten elektrischen Antrieb und das Schiff selbst mit Energie versorgen. Im Falle eines schweren Treffers in einem Maschinenraum könnte die QEC mit Hilfe der anderen Gasturbine weiterhin genügend Fahrt machen. Selbst bei einem Ausfall beider Gasturbinen, kann sie mit den verbleibenden vier Dieselmotoren immer noch den elektrischen Antrieb versorgen. Außerdem verringern zwei getrennte Inseln, im Gegensatz zu einer langen, die auf dem Flugdeck auftretenden Luftturbulenzen, die durch den Wind sowie die Schiffsbewegungen entstehen und den Flugbetrieb nachhaltig behindern würden. Schließlich konnten die beiden leistungsstarken Hauptradare der QEC auf den beiden Deckshäusern ausreichend weit entfernt voneinander aufgestellt werden, um eine gegenseitige elektronische Beeinflussung bzw. blinde Flecken bei der Radarerfassung zu vermeiden. Die vordere Insel dient als Brücke für den Kapitän der QEC, eine Etage darunter befindet sich die Flaggbrücke für den eine Trägerkampfgruppe befehlenden Admiral. Die hintere Insel ist für die Flugkontrolle vorgesehen. Sie wurde in Zusammenarbeit mit Tex ATC, einem führenden Hersteller von zivilen und militärischen Kontrolltürmen, entwickelt. Durch die nach hinten versetzte Position können landende Flugzeuge optimal beobachtet werden. Auffällig ist hier ein auf das Flugdeck seitlich hineinragender Erker mit drei Meter hohen Panzerglas-Panoramafenstern für die militärischen Fluglotsen, die einen 290 Grad Blickwinkel auf das gesamte Flugdeck gewähren und dem Einschlag eines Rotorblattes eines schweren Transporthubschraubers widerstehen sollen. Die hintere Insel verfügt darüber hinaus noch über eine zweite Schiffsbrücke, die für den Fall genutzt werden kann, dass die vordere beschädigt oder zerstört wurde. (“The Reasons HMS Queen Elizabeth Has Two Islands“, Save the Royal Navy, 14.08.2017).

Die ehemalige Regierungschefin Theresa May steht beim Besuch der HMS Queen Elizabeth vor dem HMWHS
Die ehemalige Regierungschefin Theresa May steht beim
Besuch der HMS Queen Elizabeth vor dem HMWHS.

…sowie über ein einzigartiges Lagerverwaltungssystem…
Eines der komplexesten aber auch innovativsten Systeme an Bord der QEC ist das Hoch Mechanisierte Waffen Handhabungs System (HMWHS). Es ist die erste Anwendung eines landgestützten automatisierten Lagersystems auf einem Kriegsschiff dieser Größe. Bislang ist ein ähnliches System nur auf den neuen US-Zerstörern der Zumwalt-Klasse im Einsatz. Das HMWHS bewegt palettierte Munition im Schiff entlang von Schienen und über eine Vielzahl von Liften aus den tief im zentralen Drittel des Rumpfes befindlichen Waffenkammern zunächst zu den Munitionsvorbereitungsbereichen, von dort dann zum Hangar bzw. dem Flugdeck und wieder zurück. Im Gegensatz zu anderen Flugzeugträgern sind die Waffenkammern der QEC unbemannt, die Bewegung der Paletten selbst wird von einem zentralen Ort aus ferngesteuert und es wird nur dann Personal benötigt, wenn die Waffen erstmals eingelagert oder für den Einsatz vorbereitet werden sollen. Das HMWHS beschleunigt die Anlieferung der Munition und reduziert die Größe der sonst dafür erforderlichen Besatzung erheblich. Nur 50 (anstatt 150) Seeleute sind überhaupt noch erforderlich, um das gesamte System zu bedienen, im Notfall kommt man sogar mit 12 aus. Das Bestreben der Ingenieure, die Automatisierung der QEC so weit wie möglich voranzutreiben, war Teil der grundsätzlichen Entwicklungsanstrengungen zur Verringerung der Personalstärke, eine der größten Kostenfaktoren für ein Kriegsschiff während seiner gesamten Lebensdauer. Dieses Konstruktionsziel wurde offensichtlich erreicht, denn gegenüber herkömmlich konzipierten Schiffen konnte das Personal um 65% verringert werden. Verglichen mit den US-Flugzeugträgern der Nimitz-Klasse, die bei einer Verdrängung von rund 95’000 t eine Stammbesatzung von ca. 3’200 haben, kommt die QEC bei 65’000 t mit rund 700 Seeleuten aus. Auch angesichts der angespannten Personalsituation der Royal Navy ein nicht zu unterschätzender Vorteil. (Peter Roberts, “The Queen Elizabeth Class: How Innovative Is the Design?“, RUSI Defence Systems, 09.09.2014)

…aber keinen nuklearen Antrieb…
Obwohl die Vorteile eines Atomantriebs bei der QEC nicht zu leugnen waren, nämlich die unbegrenzte Reichweite nebst größerer Geschwindigkeit, entschied sich die Royal Navy dennoch für konventionelle Gas-/Dieselmotoren. Damit verfügt die QEC bei 18 kn (33 km/h) Fahrt immer noch über einen beachtlichen Aktionsradius von rund 20’000 km und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 25 kn (46 km/h). Da auch die Begleitschiffe des QEC Kampfverbandes alle über herkömmliche Antriebe verfügen, hätte nach Meinung der Royal Navy ein atomarer Antrieb nur für die QEC allein keinen so großen Vorteil dargestellt, der die höheren Folgekosten für den langfristigen Betrieb eines Atomreaktors hätten rechtfertigen können. Die größere Geschwindigkeit und die damit verbundene höhere Windgeschwindigkeit über Deck sind bei Starts von STOVL F-35B Kampfjets aufgrund der Sprungschanze am Bug nicht von so großer Bedeutung. Ein weiterer Grund für einen konventionellen Antrieb war die Tatsache, dass die Werften in Großbritannien zwar über ausreichend Erfahrungen mit dem Bau kleinerer Kernreaktoren für U-Boote verfügen, aber dort noch nie ein nuklearer Antrieb für ein größeres Überwasserschiff geplant bzw. gebaut wurde. Die Royal Navy schreckten zudem die schlechten Erfahrungen der Franzosen mit dem in ihrem Flugzeugträger Charles de Gaulle verbauten nuklearen Antrieb ab, der seit Auslieferung mit technischen Problemen zu kämpfen hatte. Da man auch in Zukunft keine herkömmlichen Dampfkatapulte in die QEC verbauen will, für die ein atomarer Schiffsantrieb mit seiner großen Menge an Wasserdampf sinnvoll gewesen wäre, sondern eher den Einbau eines elektromagnetischen Flugzeugstartsystems (EMALS) in Betracht ziehen würde (jedoch kaum in den nächsten 20 Jahren), liefert der integrierte elektrische Antrieb mit gut 100’000 PS genug Leistung, um zusätzlichen EMALS-Katapulten in Zukunft gewachsen zu sein. Auch das schnelle Herauf- bzw. Herunterfahren des konventionellen gegenüber einem atomaren Antrieb und die geringere Zahl an Wartungspersonal waren für die Entscheidung ausschlaggebend. Schließlich wäre bei einer geplanten Nutzungsdauer der QEC von 50 Jahren mindestens eine Neubefüllung des Atomreaktors mit Brennstäben notwendig gewesen, die den Träger für ca. drei Jahre in die Werft verbannt hätte. (“The Reasons HMS Queen Elizabeth Is Not Nuclear Powered“, Save the Royal Navy, 09.08.2017)

Vier Agusta Westland AW101 "Merlin" im unter dem Flugdeck liegende Hangar.
Vier Agusta Westland AW101 “Merlin” im unter dem Flugdeck liegende Hangar.

…und keine Katapulte bzw. Fangseile besitzt
Bei der Entwicklung der QEC wurden drei verschiedene Konfigurationen für das Flugdeck untersucht: eine herkömmliche Variante mit Katapulten und Fangseilen wie bei den größeren U.S. Navy-Flugzeugträgern (CATOBAR), als Alternative ein Deck mit Kurzstartfähigkeiten nebst Fangseilen (STOBAR) und schließlich die bei der QEC gewählte Variante gänzlich ohne Katapulte und Fangseile aber mit einer Sprungschanze und vertikaler Landung der Kampfflugzeuge (STOVL). Nachdem sich Großbritannien 2001 dem JSF/F-35 Programm der USA als privilegierter Level-1 Partner zur Entwicklung eines Stealth-Kampfjets der 5. Generation angeschlossen hatte, wurde die STOBAR-Variante zuerst verworfen. 2002 ergaben Studien, dass eine CATOBAR-Version die QEC mindestens 10’000 t schwerer machen und ihre Bauzeit um Jahre verlängern würde. Da Dampfkatapulte bauartbedingt nicht in Betracht kamen, blieb nur noch EMALS, dessen technische Entwicklung für den Betrieb auf einem Flugzeugträger Anfang 2000 aber noch in den Kinderschuhen steckte und selbst heute noch nicht als wirklich ausgereift gilt. Somit entschied sich die Royal Navy für STOVL in Verbindung mit einer EMALS-Nachrüstoption durch den zukünftigen Einbau in das Galleriedeck, das sich zwischen dem Flugdeck und dem Hangar befindet und aktuell u.a. für Büros und Erholungsräume genutzt wird. In der STOVL-Konfiguration sollen nunmehr 110 Einsätze innerhalb von 24 Stunden für 36 trägergestützte F-35B Kampfflugzeuge selbst bei widrigen Wetterbedingungen möglich sein, wenn man die Erfahrungen der Royal Navy während des Falkland-Konfliktes mit ihren senkrechtstartenden Harrier-Jets zugrunde legt.

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Es dürfte unstreitig sein, dass eine CATOBAR-Version der QEC eine größere Flexibilität bei der Wahl des einsetzbaren Fluggerätes gelassen hätte, die durch STOVL nun auf die F-35B und verschiedene Hubschrauber beschränkt ist. Bereits in einem anderen Beitrag wurde auf die anhaltenden Probleme bei der F-35B selbst hingewiesen, die aktuell vom US Marine Corps (USMC) auf ihren amphibischen Angriffsträgern eingesetzt wird: u.a. dauerhaft niedrige durchschnittliche Verfügbarkeitsraten um die 50% durch fehlende Ersatzteile sowie unnötige Reparaturen, anhaltende Software-Probleme beim externen Automatischen Logistik Informationssystem (ALIS) und der internen Block 3F Systemsoftware, um nur einige zu nennen. Eine weitere Schwäche ist der eingeschränkte Einsatzradius der F-35B von nur ca. 925 km. Eine Luftbetankung zur Reichweitensteigerung ist im Falle Großbritanniens nicht möglich, da auf der QEC – ohne Katapulte und Fangseile – keine herkömmlichen Tankflugzeuge oder -drohnen (z.B. Boeing MQ-25 Stingray) starten bzw. landen können und die Anschaffung entsprechend modifizierter VTOL V-22 Ospreys aus Kostengründen bei einem Stückpreis zwischen €75-80 Mio. bislang für die Royal Navy nicht in Frage kam. Das Gleiche gilt für trägergestützte Frühwarnflugzeuge (z.B. E-2D Hawkeye), wie auch für alle anderen Starrflügler.

Die Royal Navy hat aber zumindest für ein anderes Problem ihrer F-35B STOVL-Kampfjets mit der sogenannten schiffsseitigen rollenden vertikalen Landung (SRVL) eine praktikable Lösung gefunden. Bislang musste die F-35B vor einer vertikalen Landung u.U. überschüssigen Treibstoff und -zählige Waffen zur Gewichtsverringerung über dem Meer abwerfen. Wenn man bedenkt, wie wertvoll Kerosin als logistische Ressource für einen Flugzeugträger ist und dass z.B. eine AIM-120D AMRAAM mehr als €2,5 Mio pro Stück kostet, kann man ermessen, wie wichtig SRVL für den Betrieb auf der QEC sein wird. Anstatt sich, wie bislang vorgesehen und praktiziert, seitlich der QEC zu nähern, um dann vertikal zu landen (siehe Video unten), fliegt bei SRVL die F-35B den Träger direkt von hinten an, ähnlich wie bei einer herkömmlichen Trägerlandung aber mit sehr viel niedriger Geschwindigkeit (siehe Video hier). Eine Kombination aus dem Schub der hinteren Düse sowie des vorderen Lift-Fan und dem Auftrieb, der durch den Luftstrom über den Flügeln erzeugt wird, ermöglicht es der F-35B so, mit bis ca. 3’175 kg mehr Gesamtgewicht zu landen, ohne dafür Fangseile zu benötigen. Zum Stillstand kommt der Kampfjet schließlich mit Hilfe seiner eigenen Bremsen. Bislang wurde diese spezielle Landung aber nur bei Tageslicht unter günstigen See-, Sicht- und Witterungsbedingungen durchgeführt. Mittlerweile interessiert sich auch das USMC für diese von der Royal Navy entwickelte Methode, weil sie die Materialbelastung des Flugdecks durch den 1’500 Grad Celsius heißen Triebwerksstrahl bei senkrechten Landungen und außerdem den Triebwerksverschleiß bei der F-35B selbst verringert.

Sollte Russland voller Neid auf die QEC schauen?
Noch vor ihrer ersten großen Erprobungsfahrt kam es 2017 zu einem diplomatischen Schlagabtausch. Der damalige britische Verteidigungsminister Michael Fallon behauptete, Russland würde angesichts seines doch recht betagten Flugdeckkreuzers Admiral Kusnezow voller Neid und Bewunderung auf den neuen britischen Träger schauen. Der Leiter des Presseamtes des russischen Verteidigungsministeriums erwiderte daraufhin, bei der QEC handele es sich lediglich um ein “großes bequemes Seeziel”, die sich zum Eigenschutz besser stets in der Nähe ihrer Kriegsschiffe aufhalten möge.

Like a bee, the British aircraft carrier is only capable of independently releasing planes from its belly closely flanked by a swarm of warships, support ships and submarines to protect it. That is why … the British aircraft carrier is merely a large convenient naval target. [..] It is in the interests of the British Royal Navy not to show off the ‘beauty’ of its aircraft carrier on the high seas any closer than a few hundred miles from its Russian ‘distant relative’. — Igor Konashenkov, Leiter des Presseamtes des russischen Verteidigungsministeriums, zitiert in Andrew Osborn und Dmitry Solovyov, “Russia Calls Britain’s New Aircraft Carrier ‘a Convenient Target’, Reuters, 29.06.2017.

Mit dieser Bemerkung spielte Russland auf einen des öfteren zu hörenden Einwand an, dass Flugzeugträger im Zeitalter moderner Waffensysteme wie ballistischen Antischiffsraketen, Hyperschallwaffen, Railguns oder extrem leisen U-Booten ihre Existenzberechtigung verloren hätten. Dabei übersehen die Kritiker, dass es selbst heutzutage mit all den technischen Möglichkeiten weiterhin eine Herausforderung darstellt, Kriegsschiffe in den Weiten des Pazifiks oder des Atlantischen Ozeans zu finden und dann noch für eine verlässliche Zielerfassung fortlaufend zu verfolgen. Die Achillesferse aller (ballistischen) Langstrecken-Anti-Schiffsraketen ist die Notwendigkeit, entweder genaue Zieldaten vorprogrammiert oder in Echtzeit an die Lenkwaffe, gegebenenfalls noch während des Fluges, übermitteln zu können, während sich das Ziel selbst weiter fortbewegt. Allerdings bieten stärker umschlossene Meere wie der Persische Golf, das Mittelmeer, die Ostsee oder die Norwegische See großen Überwasserschiffen wie der QEC zugegebenermaßen weniger Möglichkeiten “zum Verstecken”.

Die Kritiker übersehen aber auch, dass die QEC kein passiv schwimmender Flugplatz ist, dem es an eigener Offensivkraft oder gar an der Fähigkeit zur Selbstverteidigung mangelt. Vielmehr verfügt der britische Träger über mehrere Verteidigungsringe, die je nach Bedrohungslage alle oder einzeln aktiviert werden können. Den äußeren Ring bildet die erweiterte Lagebilderkennung, die mittels Daten bzw. Informationen von P-8 Seeaufklärern (ab Mitte 2020), Satelliten und Unterwassersensoren sowie dem schiffseigenen hochauflösenden Artisan Mittelstrecken-Luft-/Bodenüberwachungs-3D-Radar (Typ 997) mit einer Reichweite von ca. 200 km sowie dem Langstrecken-Luftverfolgungsradar S1850M (Typ 1046) mit einer Reichweite von bis zu 400 km bereitgestellt werden. Gemäss den Herstellerangaben soll das Typ 997-Radar in der Lage sein, mehr als 800 Ziele in der Größe von Tennisbällen bei Mach 3 mit “unübertroffener Erkennungsleistung und weltweit überlegenen elektronischen Schutzmaßnahmen gegen selbst die komplexesten Störsender” verfolgen zu können (George Allison, “HMS Queen Elizabeth Has Radar Fitted“, UK Defence Journal, 07.10.2015). S1850M ist ein passives Phased-Array-Radar, das bis zu 1’000 Ziele, darunter Tarnkappen-Kampfflugzeuge, tieffliegende Marschflugkörper sowie ballistische Raketen, vollautomatisch erkennen und verfolgen kann.

Dahinter folgen als erste aktive Verteidigungslinie die F-35B Stealth Kampfjets der 5. Generation, die beliebige Land- und Schiffsziele angreifen sowie feindliche Flugzeuge abfangen können. Eine große Stärke der F-35 ist die Vielzahl ihrer Sensoren, ihre Tarnkappentechnik und die Vernetzung mit anderen Flugzeugen, um ein großes Gebiet rund um die QEC überwachen und entsprechende Daten an den Träger zur weiteren Auswertung zurückliefern zu können. Die weiterhin an Bord stationierten Merlin Hubschrauber werden sowohl zur U-Bootabwehr (ASW) aber auch als Frühwarnsystem (AEW&C) mit einem fortentwickelten Thales Searchwater ASaC Radar eingesetzt, dessen Reichweite aber nur 278 km beträgt. Die AEW&C-Merlins besitzen zudem nur eine Reichweite von ca. 830 km bei einer Flugdauer von rund 4,5 Stunden. Zudem können die für die AEW&C-Rolle vorgesehenen Hubschrauber dann nicht zeitgleich zur U-Bootabwehr eingesetzt werden. Der entsprechende Umbau von der ASW– zur AEW&C-Rolle und umgekehrt dauert bis zu 24 Stunden. Sollten aber tatsächlich 5 AEW&C-Merlin, die eine 24/7 Rundum-Radarüberwachung der Trägergruppe gewährleisten können, und 9 weitere für ASW an Bord der QEC stationiert werden, dann dürften zeitaufwändige Umbauten für die eine oder andere Aufgabe gar nicht erforderlich sein.

With the arrival of HMS Northumberland, the baby UK Carrier Strike Group is fully formed – seen here on 23rd September.
Die kleine UK Carrier Strike Group im September 2019 mit dem Zerstörer HMS Dragon (links; Daring-Klasse), dem Versorgungsschiff RFA Tideforce (hinter der QEC; Tide-Klasse) und der Fregatte HMS Northumberland (rechts; Duke-Klasse).

Der Luftabwehrring der Trägerkampfgruppe gegen feindliche Kampfflugzeuge, Drohnen und überschallschnelle tieffliegende Anti-Schiffsraketen in einem Umkreis von 120 km wird von den Zerstörern der Daring-Klasse (Typ 45) mit deren integriertem Warn- und Feuerleitsystem Sea Viper (ähnlich dem Aegis-Kampfsystem) übernommen. Sollten in näherer Zukunft die Antriebsprobleme der Typ 45 Zerstörer beseitigt sein, dann wird die Royal Navy maximal 2 davon für den Schutz der QEC Kampfgruppe abstellen können. Allerdings führen diese lediglich 48 VLS-Zellen mit Luftabwehrraketen vom Typ Aster 15 bzw. Aster 30 pro Schiff mit, die auf See auch nicht nachgefüllt werden können. Wiederholt vorgetragene Sättigungsangriffe mit einer großen Zahl an Flugzeugen und Lenkwaffen könnten zwei Typ 45 Zerstörer auf Dauer nicht erfolgreich abwehren. Ein weiterer Schwachpunkt ist die bislang noch fehlende Fähigkeit des britischen Sea Viper Kampfsystems, ballistische Raketen aller Art und Hyperschall-Marschflugkörper (z.B. Russlands 3M22 Zirkon) bzw. -Gleitflugkörper zu bekämpfen. Erst wenn die Royal Navy die Aster 30 Block 1 NT bzw. Block 2 BMD Raketen in Zukunft beschafft, wäre zumindest die Abwehr ballistischer Mittel- und Langstreckenraketen möglich, die vor allem von China mit seiner Dongfeng 21D zur Bekämpfung von US-Flugzeugträgern eingesetzt werden können (“How Vulnerable Is the Royal Navy’s Surface Fleet to a New Generation of Weapons?“, Save the Royal Navy, 18.05.2016).

Das Aufspüren und Bekämpfen gegnerischer U-Boote, die immer leiser werden, damit schwerer aufzuspüren sind und so eine erhebliche Bedrohung für die QEC darstellen, hat weiterhin eine hohe Priorität. Dies ist eine der Aufgaben der Duke-Klasse Fregatten (Typ 23). Die Royal Navy plant bislang, zwei Typ 23 Fregatten für diese Aufgaben einer QEC Kampfgruppe mitzugeben. Daneben wird auch ein Jagd-U-Boot der Astute-Klasse den Verband u.a. bei ASW unterstützen. Es ist aber ein offenes Geheimnis, dass sich die Typ 23 Fregatten zur U-Bootjagd weiter weg von der QEC werden aufhalten müssen, weil die Dieselmotoren des Trägers, die direkt an der Schiffshülle befestigt sind, aufgrund fehlender zusätzlicher Dämpfung so viel Lärm und Vibrationen erzeugen, dass das Sonar der Fregatten dadurch massiv beeinträchtigt wird. Damit stehen diese dann aber im Falle eines Sättigungsangriffes u.U. für die Verteidigung im Nahbereich des Trägers nicht zur Verfügung (“Royal Navy Aircraft Carriers – Vulnerable or Fit for the Fight?“, Save the Royal Navy, 30.08.2017).

Panorama aus der Flugkontrolle.
Panorama aus der Flugkontrolle.

Für das Bekämpfen von großen Überwasserschiffen im Umkreis von 140 km können die Typ 45 Zerstörer und Typ 23 Fregatten aktuell nur noch Harpoon Antischiffsraketen nutzen, die eigentlich Ende 2018 zur Ausmusterung vorgesehen waren, da sie technisch völlig veraltet sind. Nun sollen sie, weil die Royal Navy aus Kostengründen keinen Ersatz beschaffen konnte oder wollte, bis 2023 weiterhin genutzt werden. Erst frühestens 2030 will Großbritannien dann ein Nachfolgesystem entwickelt haben. Die sich hier auftuende ASuW-Fähigkeitslücke des Begleitverbandes kann somit in den folgenden Jahren bislang nur von den F-35B Kampfjets der QEC geschlossen werden (“Failure to Replace the Harpoon Anti-Ship Missile Would Be Inexcusable“, Save the Royal Navy, 14.12.2016; George Allison, “Harpoon Gains Reprieve as Decision to Retire the Anti-Ship Missile Is Deferred“, UK Defence Journal, 17.09.2017).

Feindliche Flugzeuge und Lenkwaffen, die den äußeren Flugabwehrkreis von 120 km erfolgreich durchbrochen haben, müssen dann von der Kurzstrecken-Flugabwehr der Trägerkampfgruppe im Umkreis von bis zu 25 km bekämpft werden. Auch hier muss sich die QEC wiederum auf ihre Begleitschiffe verlassen, da sie selbst über keine entsprechenden Abwehrsysteme verfügt. Die dafür vorgesehene britische Sea Ceptor Boden-Luftrakete ist bislang nur auf den Typ 23 Fregatten im Einsatz, die für diese Aufgabe allerdings in unmittelbarer Nähe des Trägers bleiben müssen, wodurch sie dann für die U-Bootjagd nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Typ 45 Zerstörer könnten mit ihren Aster 15 Raketen auch diese Aufgabe übernehmen, aber auch hier stellt die geringe Menge an mitgeführten Raketen ein Problem dar.

Die QEC verfügt für die unmittelbare Nahbereichsverteidigung lediglich über drei bordeigene Phalanx-MK15 1B mit einer 20mm Gatling-Kanone (CIWS). Phalanx ist voll automatisiert bzw. autonom und hat eine Bekämpfungsreichweite von 1,5 km. Das System identifiziert anfliegende, auch überschallschnelle Raketen anhand von Flugbahn, Größe sowie Geschwindigkeit, stuft sie in Gefahrenkategorien ein und bekämpft sie sodann selbständig ohne Eingriff von außen. Zusätzlich kann Phalanx auch gegen Seeminen, Drohnen, Flugzeuge, kleine Boote und Hubschrauber eingesetzt werden. Ob das Phalanx CIWS allerdings einen Lenkwaffen-Sättigungsangriff erfolgreich abwehren könnte, ist bislang nicht erwiesen und eher zweifelhaft. Die Nahbereichsverteidigung wird zusätzlich noch durch automatisierte kleinkalibrige Kanonen (ASCG) zur Abwehr von Schwarmangriffen kleinerer Boote und ein Torpedoabwehrsystem ergänzt.

Ein britischer Marineinfanterist nach dem Verlassen eines Luftkissenfahrzeuges während des Kaltwettertrainings in Norwegen.
Ein britischer Marineinfanterist nach dem Verlassen eines Luftkissenfahrzeuges während des Kaltwettertrainings in Norwegen.

Die QEC mutiert zum amphibischen Angriffsschiff
Mit der Außerdienststellung der HMS Ocean verlor die Royal Navy 2018 ihren letzten amphibischen Hubschrauberträger, der bislang in der sogenannten Landing-Platform-Helicopter-Rolle (LPH, ohne Welldeck) genutzt wurde. Um dessen Aufgaben nun auch noch zu übernehmen, wird die HMS Prince of Wales, die sich gerade in der See-Erprobung befindet, vor allem im Inneren bei Lagerräumen, Quartieren und Zugangswegen entsprechend umgebaut (George Allison,”Queen Elizabeth Class Aircraft Carriers’ cannot take the Place of Specialised Amphibious Vessels’ Say Defence Committe’“, UK Defence Journal, 16.05.2018). Diese Modifizierungen sollen bei der QEC, die 2017 bereits fertig gestellt war, wiederum erst ab 2025 umgesetzt werden, wenn sie zur ersten größeren Überholung ins Trockendock kommt. Allerdings fehlt beiden Trägern der QEC-Klasse gegenüber der HMS Ocean ein zusätzliches Fahrzeugdeck. Rad- bzw. Kettenfahrzeuge im Hangar bei den Kampfjets oder Hubschraubern mit unterzubringen, ist aus Platz- und vor allem Sicherheitsgründen nicht ratsam. Im Übrigen könnten größere Fahrzeuge sowieso nicht ausgeladen werden, weil eine entsprechende Rampe oder ein Welldeck bei der QEC-Klasse nicht vorgesehen sind. Auch fehlen beiden Flugzeugträgern für amphibische Landungsoperationen selbst einfache Landungsboote zum Transport der Marine-Infanterie, die es bei der HMS Ocean noch gab. Da bislang beide Träger nicht zeitgleich, sondern wechselweise eingesetzt werden sollen, steht die Royal Navy in Zukunft eventuell vor einem Dilemma: wenn die QEC oder PoW für eine amphibische Operation maximal 20 Hubschrauber und 500 Marineinfanteristen mit sich führt, ist kein Platz mehr für die F-35B Kampfjets. Diese fehlen dann, um bei einer amphibischen Landungsoperation die (partielle) Luftüberlegenheit über dem Operationsgebiet herzustellen sowie für die Bodentruppen die notwendige Luftnahunterstützung (CAS) zu gewährleisten, obwohl beides eigentlich Grundvoraussetzungen für ein solches Vorhaben wären. Zudem müsste sich die QEC für eine Landungsoperation unmittelbar an der Küste in flachen Gewässern aufhalten, was sie extrem verwundbar für Minen, Schwarmattacken durch Drohnen in der Luft oder auf dem Meer, Angriffe von landgestützten Flugzeugen oder Lenkwaffen und durch kleine, konventionell angetriebene, schwer aufspürbare U-Boote macht. Der Royal Navy ist sich bewusst, dass sie in einem Konfliktfall Schiffe verlieren kann und wird, wie die Erfahrungen des Falkland-Konfliktes zeigen. Der Untergang eines amphibischen Angriffsschiffes in der Größe der ehemaligen HMS Ocean wäre ein schwerer Schlag aber militärisch gerade noch verkraftbar. Allerdings das Flaggschiff der britischen Flotte schon der Gefahr eines schweren Treffers auszusetzen und dann noch für eine Aufgabe, für die sie ursprünglich gar nicht vorgesehen war, scheint keiner militärischen Logik zu folgen, sondern eher dem Zwang zur Einsparung von Haushaltsmitteln und der Verteilung knapper Personalressourcen geschuldet zu sein (“Why Your CVF Should Not Moonlight as Your LPH“, Save the Royal Navy, 15.10.2016).

Zwischen Ende September und Mitte November hat die HMS Prince of Wales ihre erste Erprobungsfahrt

Die britischen Träger sind Plattformen, die von Ökonomen entwickelt wurden, nicht von Kriegern
Peter Roberts, Direktor der Abteilung Militärwissenschaften am britischen Royal United Services Institute (RUSI) vertritt die Auffassung, dass bei der Planung und Ausstattung der QEC vor allem niedrige Betriebskosten für Personal und Treibstoff die wesentlichen Kriterien waren, dem sich alles andere, auch militärische Gesichtspunkte, unterzuordnen hatten.

Bei der QEC ist mit rund 700 Seeleuten fast genauso viel Besatzung vorgesehen wie bei den ehemaligen leichten Trägern der Invincible Klasse, die aber nur 22’000 t Verdrängung hatten, also 2/3 kleiner waren. Der massive Einsatz von Automatisierung und Fernüberwachung war beim Bau der QEC unerlässlich, um diese drastische Reduzierung bei der Stammbesatzung überhaupt zu erreichen. Daher sind Kameras und Überwachungsgeräte in fast jedem Bereich sowie in allen wichtigen Schiffssystemen der QEC verbaut. Dies mag zwar finanziell sinnvoll sein, um den Personalschlüssel für Wartungsaufgaben zu senken, könnte aber nach Auffassung von Roberts die Fähigkeit der QEC zur Kriegsführung nachhaltig verschlechtern. Kriegsschiffe würden sich hinsichtlich der Anforderungen an Schadenkontrolle und Brandbekämpfung deutlich von zivilen Handelsschiffen unterscheiden. Diese Aufgaben seien sehr personalintensiv, wie die Erfahrungen mit größeren Schäden im Falkland-Konflikt und durch Zwischenfälle auf der HMS Nottingham (2002) und HMS Endurance (2008) gezeigt hätten. Hier sei der Einsatz der gesamten Schiffsbesatzung erforderlich gewesen, um die Schiffe über Wasser halten zu können. Es seien daher zumindest Zweifel angebracht, ob dies bei der QEC mit ihrer vergleichsweise kleinen Stammbesatzung bei einem massiven Schaden ebenso möglich wäre.

HMS Queen Elizabeth kehrt zur geplanten Wartung nach Rosyth zurück - April 2019.
HMS Queen Elizabeth kehrt zur geplanten Wartung nach
Rosyth zurück – April 2019.

Der konventionelle, integrierte elektrische Antrieb der QEC wurde nach Meinung von Roberts ebenfalls allein aus betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten gewählt, um Treibstoffkosten zu minimieren und nicht, um militärischen Anforderungen zu genügen. Im Vergleich zur QEC mit ihren 112 MW Gesamtleistung würden die um 1/3 größeren US-Träger der Nimitz-Klasse allein für den Antrieb 1’100 MW und die neuen Reaktoren der Gerald-R.-Ford-Klasse sogar das Dreifache produzieren, während die Reaktoren des um ca. 1/3 kleineren französischen Flugzeugträgers Charles de Gaulle immerhin noch rund 300 MW zur Verfügung stellen könne. Die Royal Navy habe mit ihrer Entscheidung für einen nicht-atomaren Antrieb Geschwindigkeit und Reichweite geopfert, die nur solange unwichtig seien, bis man versuche, schwer beladene Kampfflugzeuge im Gegenwind bei möglichst hoher Geschwindigkeit des Trägers in die Luft zu bekommen bzw. ein Einsatzgebiet zügig zu erreichen oder eine Gefahrenzone schnell verlassen zu wollen. Durch die Entscheidung gegen eine Verwendung von EMALS auf dem Flugdeck habe sich die Royal Navy darüber hinaus selbst der Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit der U.S. Navy und Frankreichs Aéronavale beraubt, die bislang nur katapultstartende Kampfjets einsetzen. Zudem zwinge es die Royal Navy nun, die F-35B auf der QEC einzusetzen, die gegenüber der F-35C eine geringere Waffenzuladung, eine kürzere Reichweite und ein komplexeres Triebwerkssystem besitze.

Zudem kann Roberts der zweigeteilten Insel auf der QEC nichts Positives abgewinnen. Die räumliche Trennung und der Verlust von direkter Kommunikation zwischen den Verantwortlichen für die Flugkontrolle und die Schiffssteuerung widerspreche den herrschenden Prinzipien in der Verhaltensforschung, wie Menschen bei der Arbeit bzw. Soldaten bei militärischen Einsätzen effektiv zusammen arbeiten sollten und wiege die Vorteile (weniger Turbulenzen auf dem Deck & geringere Radarstörungen) nicht auf. Bislang plane auch keine andere Marine, die vorherrschende traditionelle Bauweise von Flugzeugträgern mit nur einer Brücke in Zukunft aufzugeben.

Schließlich weist Roberts noch auf einen anderen wesentlichen Gesichtspunkt hin: Der QEC mangele es an einem ausreichenden Selbstschutz. Ein Blick auf die Flugzeugträger anderer Nationen lasse erkennen, dass sich die Royal Navy auch hier vielleicht von falscher Sparsamkeit habe leiten lassen. Die USA, Russland und selbst China hätten ihre Träger über CIWS hinaus auch noch mit Kurzstrecken-Flugabwehrraketen ausgerüstet. Die QEC müsse sich einzig und allein auf ihre Begleitschiffe verlassen, die aber nur über eine sehr begrenzte Anzahl an Lenkwaffen verfügen und auf See auch nicht nachmunitioniert werden können. Zudem ist bislang weder der Typ 45 Zerstörer noch die Typ 23 Fregatte in der Lage, ballistische Raketen geschweige denn Hyperschallwaffen abzufangen. Nicht ganz zu Unrecht fragen daher Kritiker, ob die Royal Navy über einige einzigartige taktische Erkenntnisse verfüge, die die QEC befähigen könnten, die Weltmeere als einziger größerer Flugzeugträger ohne eigenes Flugabwehr-Raketensystem zu befahren?

Mit der QEC setzt die Royal Navy alles auf eine Karte
Die Royal Navy wollte in der Entwicklungsphase der QEC ursprünglich 12 Typ 45 Zerstörer bauen und plante seinerzeit mit einer Flotte von 30 Schiffen. Gebaut wurden aber nur 6 Zerstörer, die aktuell von Antriebsproblemen geplagt sind und die Überwasserflotte ist auf 19 Einheiten insgesamt zusammengeschrumpft, die noch nicht einmal alle mit ausreichend Personal ausgestattet werden können (“Should HMS Queen Elizabeth Be Fitted with Her Own Missile Defences?“, Save the Royal Navy, 03.03.2018). So wird die QEC-Kampfgruppe nach heutigen Planungen nur aus zwei, höchstens vier Typ 23 Fregatten, zwei Typ 45 Zerstörern und einem nuklearbetriebenen Jagd-U-Boot als Eskorte bestehen (George Allison, “HMS Queen Elizabeth Carrier Strike Group to Deploy in 2021“, UK Defence Journal, 25.10.2019). Im Vergleich hierzu verfügen z.B. die Flugzeugträger-Kampfgruppen der U.S. Navy in der Regel über zwei Ticonderoga-Kreuzer, zwei bis drei Arleigh-Burke-Zerstörer und zwei Jagd-U-Boote. Mit maximal sechs Begleitschiffen wären 1/3 der britischen Überwasserflotte nur mit dem Begleitschutz des QEC-Verbandes beschäftigt. Da in der Vergangenheit aber selten mehr als 50% aller Schiffe wegen Personalmangel, Wartung, Reparaturen und Nachrüstungen tatsächlich auch einsatzbereit waren, verbleiben der Royal Navy dann bei dem o.a. Einsatzschlüssel für andere Aufgaben kaum noch Schiffe. Dies verleitete Michael Clarke, als er noch Direktor des RUSI war, zu der Bemerkung, dass sich mit der Indienststellung der neuen Flugzeugträger zukünftig die gesamte Flotte nur noch um die QEC-Kampfgruppe herum aufstellen würde, womit die Royal Navy “alles auf eine Karte setzen” würde. Ob allerdings die Anzahl und Zusammensetzung dieser immer noch kleinen Eskorte für mögliche Einsätze der QEC gegen (fast) gleichwertige Gegner wie Russland oder gar China ausreichend sein wird, muss wohl in Zweifel gezogen werden. Großbritannien wird daher seine NATO-Partner bitten müssen, allen voran die USA, entsprechenden Begleitschutz zu stellen. Es bestehen Befürchtungen, dass Großprojekte wie die QEC, die auf ihr stationierten, sehr teuren F-35B Kampfjets und die Erneuerung der britischen U-Bootflotte für die atomare Abschreckung so viel Geld verschlingen, dass die British Army bzw. Royal Air Force zukünftig zu kurz kommen könnten.

Die UK F-35B Lightnings schließen ihre erste Phase der Flugerprobung mit der HMS Queen Elizabeth in den USA ab.

Das U.S. Marine Corps leistet der QEC “Schützenhilfe
Die Marineinfanterie der USA und Großbritannien verbindet eine lange Tradition der gegenseitigen Hilfe und des Austausches von Schiffen und Flugzeugen. So konnten Piloten der Royal Navy seit 2011, als der letzte britische Flugzeugträger HMS Ark Royal außer Dienst gestellt wurde, beim USMC weiterhin AV-8B Harrier und F/A-18 Super Hornets fliegen und so ihre spezifischen Flugkenntnisse erhalten. Damit stehen rund 60 britische Piloten mit “Trägererfahrung” für die Ausbildung an den neuen F-35B zur Verfügung. Auch die britischen Flugdeckbesatzungen trainieren seit geraumer Zeit auf US-amerikanischen Trägern den zukünftigen Einsatz auf der QEC (“First Trials of F-35 Aboard HMS Queen Elizabeth Begin This Autumn“, Save the Royal Navy, 09.07.2018). Seit 2017 erprobt die QEC immer wieder bei Manövern mit amerikanischen Flugzeugträgern die Aufstellung der zukünftigen britischen Trägerkampfgruppe. Bei ihrer ersten Einsatzfahrt 2021 wird die Royal Navy nach aktuellen Planungen allerdings nur eine eigene Staffel mit 12 F-35B Kampfflugzeugen für den Trägereinsatz bereitstellen können. Um dennoch die Kapazitäten der QEC voll auszuschöpfen, stationiert das USMC ab diesem Zeitpunkt längerfristig eine weitere Staffel mit 12 eigenen F-35B an Bord des britischen Flugzeugträgers (“Joint Press Conference by Secretary Carter and Secretary Michael Fallon“, U.S. Department of Defense, 07.09.2016). Das USMC scheint sich für die QEC begeistern zu können. Der offensichtliche Vorteil ist der Zugang zu einem weiteren Träger als maritime Plattform, was den Druck auf die US-amerikanischen Schiffe zukünftig verringert. Die QEC ist dazu viel größer als die amphibischen Angriffsträger des USMC, hat vor allem mehr Hangar- und Flugdeckfläche sowie komfortablere Unterkunfts- und Kommandobereiche. Das 16’000 m2 große Flugdeck ermöglich selbst STOVL-Kampfjets eine vergleichsweise hohe Einsatzrate, da mehr Platz zum Betanken und Aufmunitionieren der F-35B Kampfjets zur Verfügung steht, als auf den Trägern der America-Klasse des USMC mit ihren 45’000 t Verdrängung. Zudem können Hubschrauber und Kampfjets gleichzeitig bzw. in dichterer Reihenfolge auf der QEC starten und landen. Dennoch bleibt bei all der demonstrativen Freundschaft die Frage einer tatsächlichen britischen Kommandohoheit über amerikanische Kampfflugzeuge, die auf der QEC stationiert sind, bei divergierenden politischen Auffassungen beider Länder im Konfliktfall bislang unbeantwortet (“Looking Ahead – US Marine Corps Aircraft to Embark on Board HMS Queen Elizabeth“, Save the Royal Navy, 13.05.2019).

[…] the Royal Navy is shockingly lean in numbers. It operates just 19 destroyers and frigates. Factor in training, overhauls, and routine upkeep and London can expect to have roughly 10 surface combatants available on any given day. And those vessels must not only perform sentry duty alongside carriers at sea, fending off air, missile, and submarine attacks, but also police the United Kingdom’s offshore waters, show the flag in foreign ports, and execute the other myriad tasks that all sea services execute. It’s doubtful any Royal Navy fleet forward-deployed to China’s or Russia’s backyard would constitute a war-winning force by itself. The inventory is just too thin. — James R. Holmes, Britannia Helps Rule the Waves“, Foreign Policy, 20.02.2019.

Rule, Britannia! Britannia Rule the Waves…
Die QEC ist kein “Supercarrier”, wie die neue Gerald-R.-Ford-Klasse der USA. Sie ist ein Sinnbild für das Auseinanderfallen von Anspruch und Wirklichkeit britischer Seemacht, denn Großbritannien selbst herrscht schon seit den 1950er Jahren nicht mehr über die hohe See. So ist dieser Flugzeugträger ein Kompromiss zwischen dem knappen Verteidigungsbudget und der angestrebten militärischen Machtprojektion Großbritanniens auf den Weltmeeren. Manche Analysten sehen ihre Rolle schon auf die eines “leichten” Flugzeugträgers reduziert, die allein zur U-Bootjagd und dem Schutz US-amerikanischer Trägerkampfgruppen dienen soll. Sie ist kein leichtes und bequemes Ziel, wie Russland behauptet, auch wenn ihre Selbstschutzfähigkeiten nebst eigener Eskorte eher dürftig sind und deswegen ein Aufenthalt in der Nähe US-amerikanischer Kriegsschiffe militärisch ratsam erscheint oder die europäischen NATO-Partner der QEC zukünftig Begleitschiffe zur Seite stellen müssten. Das Design mit zwei Inseln, die technischen Innovationen und die kleine Stammbesatzung sind einerseits bemerkenswert, müssen aber andererseits erst unter Einsatzbedingungen ihre Tauglichkeit beweisen. Zu den Stärken zählt sicherlich ihre Vielseitigkeit, sowohl als Flugzeugträger als auch als amphibisches Angriffsschiff fungieren zu können. Aber ohne Katapulte, Fangseile, Welldeck und Landungsboote kann sie beide Rollen eigentlich nur mit Einschränkungen erfüllen. Das Fehlen leistungsfähiger Frühwarn- und Tankflugzeuge, ihr etwas schmalbrüstiger konventioneller Antrieb und die Wahl der F-35B als Trägerflugzeug anstatt der potenteren F-35C grenzen ihre Einsatzfähigkeit bei zukünftigen Konflikten ebenfalls ein. Es sind Zweifel angebracht, ob sie in einer militärischen Auseinandersetzung mit einem (fast) gleichwertigen Gegner, wie etwa Russland oder China, allein mit einer rein britischen Eskorte bestehen könnte. Dennoch ist sie gegenüber den Trägern der Invincible-Klasse um ein vielfaches größer und kampfstärker, die F-35B als ein Stealth-Kampfflugzeug der 5. Generation im Vergleich zur ausgemusterten Sea Harrier GR9 moderner sowie bedeutend leistungsfähiger und ihr großes Flugdeck ermöglicht selbst STOVL Kampfjets eine hohe tägliche Einsatzrate. Sollte die F-35B in ausreichender Stückzahl angeschafft werden, kann diese mit ihren ISTAR-Fähigkeiten die Kampfkraft der QEC-Trägerkampfgruppe wesentlich steigern und einige der beschriebenen Defizite ausgleichen. Mit der HMS Queen Elizabeth und ihrem Schwesterschiff HMS Prince of Wales wird Großbritannien in Zukunft zwar nicht mehr allein, dafür aber in Kooperation mit seinen (europäischen) NATO-Partnern die Meere wieder beherrschen.

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HQ-9 Spotted at Ngari Gunsa Airport

Maxar imagery acquired in Novermber 2019.

China has deployed an HQ-9 surface-to-air missile system to Ngari Gunsa, a civil-military airport in the Tibet Autonomous Region. The battery, which operates in the medium-to-long range role, has been deployed at the location since May 2019, commercial imagery shows. While this is the first year that a SAM system has been observed at the airport, an increased military presence has likely been planned for some time.  

The HQ-9 is positioned near support structures and a concrete pad that were established in September 2017 immediately following the Doklam crisis. Imagery at the time also showed an adjacent area featuring a fence-secure and bermed weapons storage area being established 300 meters southeast. Imagery acquired in November 2019 now shows additional support structures being erected around the concrete pad which could indicate that the battery may be deployed on a more long-term basis.

Ngari Gunsa is located near the Indian border and within 100-200 km of disputed territory to the north, south and west. The HQ-9 joins other batteries operating in the region at Hotan and Kashgar.

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